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Mecklenburg-Vorpommern

21. November 2017 | 13:20 Uhr

Windiger Deal

vom

svz.de von
erstellt am 19.Okt.2007 | 09:47 Uhr

Überall in der Welt werden heute die Szenarien für die Zukunft Pakistans aufgelistet. Die meisten sind düster, und die Skeptiker haben gewichtige Argumente auf ihrer Seite. Warum auch Vertrauen haben in ein Land, das eine Ex-Premierministerin mit Jubel und Bomben begrüßt. Warum Vertrauen haben in eine Frau, die als Regierungschefin bereits zweimal enttäuscht hat. Die eine dritte Amtszeit anstrebt, was nach derzeitiger Rechtslage gar nicht erlaubt ist. Die mit einem Mann paktieren will – oder
muss –, der sich 1999 nach oben putschte und von den USA
mit Milliarden-Summen aufgepäppelt wurde.
Der Mann heißt Pervez Musharraf, die Frau Benazir Bhutto. Er ist der unbeliebte Militärmachthaber, sie soll seinem Regime ein freundliches Antlitz verleihen und dem Land mehr Stabilität. Die Demokratie muss diesem windigen Deal ihren Namen geben.
Echte Demokratie jedoch hat nur eine Chance: Sie muss gewollt sein. Das gilt für Militärs wie Musharraf, für Politiker wie Bhutto, für die Menschen in Pakistan. Nur dann machen Wahlen Sinn, nur dann kann das Land als Vorbild dienen für Afghanistan
und den Irak. Die Beweise hierfür stehen noch aus, von allen.
Bhutto will sich nicht einschüchtern lassen und für die Freiheit kämpfen. Gegen radikale Islamisten, aber auch gegen die
Vorbehalte ihrer Kritiker. Sie braucht den Mut zum Wandel –
und muss überleben. Die 54-Jährige steht auf der Todesliste
ganz oben. Wer mit diesen Vorzeichen zuversichtlich in die
Zukunft schaut, muss ein wahrer Optimist sein.

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