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Mecklenburg-Vorpommern

19. November 2017 | 08:10 Uhr

Im ersten Semester : Willkommen an der Uni

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Ist der Zulassungsbescheid endlich da, wird das Studentenleben plötzlich Realität. Als Erstes sollten Abiturienten nun ihre Finanzen durchrechnen, rät Stefan Grob vom Deutschen Studentenwerk in Berlin.

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erstellt am 09.Jul.2013 | 11:48 Uhr

Ist der Zulassungsbescheid endlich da, wird das Studentenleben plötzlich Realität. Als Erstes sollten Abiturienten nun ihre Finanzen durchrechnen, rät Stefan Grob vom Deutschen Studentenwerk (DSW) in Berlin. Wie viel Geld brauchen sie im Monat für die Zimmermiete, Versicherungen, Essen und Trinken, Kleidung sowie für Freizeitausgaben wie Kinobesuche oder Theaterkarten?

Die Rechtsprechung geht nach der Düsseldorfer Tabelle davon aus, dass ein Kind, das nicht mehr zu Hause wohnt, im Studium 670 Euro pro Monat zum Leben braucht. Die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie möglicherweise anfallende Studiengebühren sind dabei nicht mitgerechnet. Im Durchschnitt hatten Hochschüler im Monat im Sommersemester 2012 tatsächlich etwas mehr im Portemonnaie - nämlich 860 Euro. Das geht aus der neuen Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks hervor.

Decken die Einnahmen die Ausgaben nicht, ist ein Antrag auf Bafög sinnvoll. Der Staat hilft Studenten aus, wenn ihre Eltern das Studium nicht oder nicht ganz finanzieren können. Das Gute da ran: Studierende müssen nur die Hälfte des Geldes zurückzahlen. Im kommenden Wintersemester kann es jedoch etwas dauern, bis das Bafög-Amt den Antrag genehmigt und Studenten flüssig sind. Die doppelten Abiturjahrgänge in vielen Bundesländern machen vielen Verwaltungen zu schaffen. "Am besten stellen Studenten den Antrag auf Bafög, sobald sie die Zulassung haben", empfiehlt Stefanie Kortmann vom Studentenwerk Dortmund. Die Immatrikulation können Hochschüler nachreichen.

Und noch eins ist beim Bafög wichtig: Hochschüler sollten den Antrag spätestens in dem Monat stellen, in dem das Studium beginnt. Denn Bafög kann nie rückwirkend beantragt werden.

Für leistungsstarke Schüler kann auch ein Stipendium eine Alternative sein. Der Vorteil daran ist, dass Studenten später gar kein Geld zurückzahlen müssen. Die Auswahl ist riesig: Neben der Studienstiftung des deutschen Volkes gibt es zahlreiche Stiftungen, die den großen politischen Parteien nahestehen. Auch ein Deutschland-Stipendium kann eine Möglichkeit sein, rät Matthias Jaroch vom Deutschen Hochschulverband (DHV) in Bonn. Dabei fördern Unis gemeinsam mit der Wirtschaft leistungsbereite Studenten. Das Problem: Viele bewerben sich erst gar nicht, weil sie sich keine Chancen ausrechnen. Ein Fehler - wer sich traut, bekommt mit etwas Glück Geld geschenkt.

Keine gute Idee seien dagegen Studienkredite, warnt Grob. Sie sollten nur ein Notnagel sein. "Das Verschuldungsrisiko ist hier einfach zu hoch." Mancher häufe so noch vor dem Start ins Berufsleben einen Schuldenberg an.

Ist die Finanzierung geklärt, geht es an die Wohnungssuche. Weniger als jeder Vierte (23 Prozent) Student bleibt bei den Eltern wohnen, so die Sozialerhebung des deutschen Studentenwerks. Schwarze Bretter, Tageszeitungen, das Internet oder Bekannte: Erstsemester zapfen am besten möglichst viele Kanäle gleichzeitig an. In vielen Städten ist der Wohnraum knapp. Auf hier gilt: Der frühe Vogel fängt den Wurm, erklärt Kortmann. Um ein günstiges Zimmer zu bekommen, sollten Studenten möglichst vor allen anderen kommen -etwa im Juli oder August.

Ist der Umzug geschafft, geht es darum, die Uni kennenzulernen. Viele Fachschaften bieten Führungen oder spezielle Veranstaltungen für Erstsemester an, weiß Doris Hildesheim, Leiterin des Studierendenservices an der Düsseldorfer Uni. Um schnell Freunde zu finden, sollten Erstsemester dort unbedingt mitmachen.

Weitere Programmpunkte in den ersten Tagen: Sich einen Ausweis für die Mensa und für die Uni-Bibliothek besorgen und sich gegebenfalls beim Hochschulsport anmelden. Wer in eine fremde Stadt zieht, sollte dort unter Umständen auch ein eigenes Bankkonto eröffnen.

Dann steht die erste Vorlesung bevor. Hier gilt: Am besten eine halbe Stunde vor Vorlesungsbeginn kommen, rät Grob. Viele Seminare seien rappelvoll. Wer rechtzeitig kommt, hat sicher einen Platz - und muss nicht auf dem Boden sitzen. Daneben sollten Erstsemester sich sobald wie möglich Netzwerke mit anderen Kommilitonen aufbauen, damit sie sich gegenseitig bei zu vollen Seminaren aushelfen können. Trotz dieser widrigen Umstände aufgrund der Studentenmassen gilt: "Nicht mutlos werden", sagt Jaroch, "irgendwie klappt es schon."

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