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Schäden in Millionenhöhe : Wildschweine werden zur Plage in MV

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Das Wild ist los: Der massenweise Maisanbau für Biogasanlagen in MV und der hohe Schwarzwildbestand haben die Schäden in der Land- und Forstwirtschaft durch Wildschweine, Rehe und Co. auf Millionenhöhe schnellen lassen.

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erstellt am 11.Okt.2012 | 08:14 Uhr

Schwerin | Das Wild ist los: Der massenweise Maisanbau für die Biogasanlagen in Mecklenburg-Vorpommern und der hohe Schwarzwildbestand haben die Schäden in der Land- und Forstwirtschaft durch Wildschweine, Rehe und Co. auf Millionenhöhe schnellen lassen. Die Wildschadensaus gleichskassen in den Landkreisen seien in den vergangenen zehn Jahren für Verluste von mehr drei Millionen Euro aufgekommen, teilte die oberste Jagdbehörde im Landwirtschaftsministerium mit. Die tatsächliche Schadenshöhe liege aber deutlich höher, hieß es. Besonders betroffen: die Regionen Mecklenburg-Strelitz, Ludwigslust und Demmin. Auf 236 Hektar verwüsteten die Wildtiere dort im vergangenen Jagdjahr 2011/2012 die Ackerkulturen - mehr als die Hälfte der gesamten anerkannten Schadensfläche in MV. Allein in Ludwigslust verfünffachten sich die Verlustzahlungen in den letzten Jahren auf 100 000 Euro 2011.

Hauptgrund für die Zunahme sei die Bestellung ausgedehnter Maisflächen in MV. Die Anbaufläche hat sich in den vergangenen zehn Jahren von 66 500 Hektar im Jahr 2003 auf 145 000 Hektar in diesem Jahr mehr als verdoppelt. Auf den großen, mit Monokulturen bestellten Feldern ließen sich die Tiere aber nur schwer jagen, kritisierte Thomas Frey, Chef der Wildschadensausgleichskasse des Landkreises Rostock. Große Schäden auch auf Rapsfeldern: "Auf einem 300 Hektarschlag kamen schon mal 50 Schweine rausgerannt", meinte Frey.

Der Druck auf das Wild wächst: 2011 brachten die Jäger 64 044 Wildschweine zur Strecke - zehn Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Angesichts des "erheblich angestiegenen Wildschadensgeschehens" reichten die Streckenergebnisse noch nicht, forderte Agrarminister Till Backhaus (SPD) höhere Abschussergebnisse. Bauern und Jäger rücken dem Schwarzwild gemeinsam stärker zu Leibe, stimmten Anbaupläne und Erntetermine ab und legten Bejagungsschneisen an, erklärte Ralf Benecke vom Bauernverband.

Rostock geht indes mit Hightech gegen die Wildschweininvasion vor. In einem einmaligen Monitoringprogramm wollen Wissenschaftler der Uni Rostock Tiere mit GPS-Sendern ausstatten, um die Fressrouten verfolgen zu können. Damit soll festgestellt werden, welche Wirkung Störungen haben. Wildschweine richteten in Gärten und Parks in Rostock 2011 Schäden in Höhe von 100 000 Euro an.

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