zur Navigation springen

Aktion “Schlemmen im Advent“ : Wildes Geschnatter in Rosenow

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Noch gackern die Enten und Gänse auf dem Waldhof Jantzen um die Wette / Bis Weihnachten ist das Geflügel jedoch komplett verkauft

von
erstellt am 26.Sep.2014 | 07:52 Uhr

„Lat mi in Ruh, lat mi in Ruh, ick will in min Truh.“ Dieser Satz hat sie bekannt und beliebt gemacht, die Weihnachtsgans Auguste. Die Geschichte um die sprechende Gans hat Tradition und seit Jahren begeistert sie Groß und Klein in der Adventszeit. Doch die Gans ist nicht nur mit ihrer Geschichte die Nummer eins zu Weihnachten, auch als Festtagsbraten steht sie ganz oben auf der Speisekarte.

Das merkt auch Harald Jantzen, der den Waldhof in Rosenow bei Gadebusch gemeinsam mit seiner Frau Elke betreibt. „Letztlich sind wir Weihnachten immer ausverkauft“, so der Geflügelzüchter. Rund 70 Enten, Gänse, Fasane, Wachteln und Suppenhühner sind derzeit auf dem Hof zu Hause. Sein Geflügel ist durch bäuerliche Freilandhaltung zertifiziert. „Wir halten hier keine schnellen Mast-Tiere“, betont Elke Jantzen. „Die Tiere wachsen einfach ganz natürlich in ihrem Gehege auf.“

Seit 1996 führt das Ehepaar den Hof. Angefangen haben beide auf dem drei Hektar großen Gelände nur mit der Zucht und dem Verkauf von Geflügel. „Vor zehn Jahren hatten wir noch über 2000 Enten und Gänse hier umherlaufen“, erzählt Jantzen. Heute ist die Gruppe auf eine überschaubare Menge reduziert und die Jantzens haben ihr Angebot auf verschiedene Bereiche erweitert. „Wir haben in unserem kleinen Dorfladen auch Nudeln und selbst gemachte Liköre oder Säfte“, so Elke Jantzen. Seit rund sieben Jahren betreibt Harald Jantzen zudem seine Bienenzucht und verkauft nun auch seinen eigenen Honig.

Über die Jahre haben sich auch Kooperationen zu Partnern aus der Region aufgebaut, die einen großen Teil der früheren Arbeiten übernehmen. „Wir wollten von der Schlachtung weg“, erzählt Harald Jantzen. Früher hätten sie mit zehn Leuten noch selbst die Tiere auf ihrem Hof geschlachtet. „Aber die Anforderungen sind heutzutage so hoch, da haben wir diese Aufgabe abgegeben.“


Goldener Herbst leitet Schlachtsaison ein
 


Mit dem Herbst beginnt traditionell die Schlachtsaison, auch auf dem Waldhof. „Auch wenn wir hier nicht mehr selbst das Geflügel zubereiten, feiern wir die 19. Schlachtsaison mit unserem Hoffest am 3. Oktober“, erzählt der Züchter. Und so viel Glück wie die Weihnachtsgans Auguste, die letztlich nicht als Festtagsschmaus auf dem Teller landet, sondern im Strickpullover mit der Familie Weihnachten feiert, haben die Enten und Gänse auf dem Waldhof Jantzen dann nicht. Ab Herbst kann der Festtagsbraten bei Familie Jantzen vorbestellt werden. „Die frisch geschlachteten Tiere können dann in der Kühltruhe bis Weihnachten ohne Probleme aufbewahrt werden“, so Jantzen.

Neben dem frischen Geflügel sind auch die selbst kreierten Rezepte von Elke Jantzen in jedem Jahr wieder gefragt. „Ich persönlich koche gern den zünftigen Rosenower Gänse- oder Entenbraten“, erzählt die leidenschaftliche Köchin. Während sie für die Fleisch-Zubereitung verantwortlich ist, kümmert sich ihr Mann um die Beilagen. „Ich bin für den Rotkohl zuständig“, so Harald Jantzen. Das Rezept ist schon über zehn Jahre in Familienbesitz und ist relativ einfach nachzukochen. „Für zehn Kilogramm frisch geraspelten Rotkohl brauche ich dann so und so viel Hände Salz und so und so viel Hände Zucker. Alles zusammen umrühren, kochen und fertig“, erklärt der Experte. Nur gelingt es es nicht jedem auf Anhieb. „Es geht natürlich nur mit meinen Händen, sie sind dabei das Maß aller Dinge“, fügt er lachend hinzu.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen