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Waren an der Müritz : Wilde Tiere irren durch MV

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Störrischer Bock musste in Waren erschossen werden / In den ländlichen Regionen verlaufen sich nicht nur Vierbeiner

svz.de von
erstellt am 06.Mai.2014 | 21:08 Uhr

Nur mit Waffengewalt hat die Polizei in Waren an der Müritz die Gefahr durch Schafe im Straßenverkehr bannen können. Wie ein Polizeisprecher gestern sagte, trieben sich mehrere, vermutlich schon länger verwilderte Tiere südlich der Bundesstraße 192 von Waren nach Neubrandenburg herum und liefen ständig über die Straße. Mehrere Versuche, die Schafe am Wochenende einzufangen, scheiterten. Mit Hilfe der Feuerwehr sei schließlich ein Muttertier eingefangen worden, aber ein alter, besonders störrischer Schafbock habe am Montag erschossen werden müssen. Der Bock habe auch einem Betäubungsversuch widerstanden. Da die Tiere keine Ohrmarken trugen, sei immer noch unklar, woher sie kamen, hieß es vom Stadtordnungsamt.

Ende März sorgte bereits das Stachelschwein „Hartmut“ in Mecklenburg-Vorpommern für Aufsehen: Das neun Monate alte Jungtier entkam mit vier weiteren Stachelschweinen aus dem Tierpark in Greifswald. Während die vier anderen Tiere schnell wieder gefunden werden konnten, ging für den etwa 60 Zentimeter großen Ausreißer die Entdeckungstour durch das Land nicht gut aus: Das Stachelschwein wurde von einem Zug überrollt – nur 500 Meter vom Tierpark entfernt.

Im Februar war ein Fuchs mit menschlichem Schuhwerk im Maul auf der Strandpromenade von Kühlungsborn unterwegs. Der Rotpelz zeigte friedlich und gerissen, wie ein Vierbeiner sich in der Zivilisation behaupten kann und verblüffte sogar die Passanten.

Auch für den ausgebüxten Elchbullen „Hugo“ ging der Ausflug in die Weiten von MV nicht gut aus. Der Schaufelgeweihträger war wahrscheinlich aus Richtung Polen in das Küstenland gekommen. Schließlich musste der 15 Monate alte Elch im Oktober vergangenen Jahres, nachdem er auf der Autobahn 20 mit einem Wagen zusammenstieß, erschossen werden.

Ebenfalls im Oktober sorgte Schafbock „Bocky“ im Rostocker Stadtteil Groß Klein für Verwirrung. Polizei und Feuerwehr versuchten immer wieder den Vierbeiner einzufangen. Tierretter konnten den Bock letztendlich betäuben und einfangen. Heute lebt „Bocky“ auf einem Hof in Prisannewitz bei Rostock in der Gesellschaft von zwei Schafen.

Am Strand von Ahrenshoop (Fischland-Darß-Zingst) badete im Oktober ein Wildschwein und erregte so die Aufmerksamkeit eines Spaziergängers. Mit kräftigen Zügen war das Tier ans Ufer geschwommen – zog dann aber friedlich weiter.

Von den Vierbeinern zu einem wütenden Schnabeltier: Ein Storch hatte im Juli 2013 auf seinem Weg durch Bergholz bei Pasewalk mindestens vier Autos angegriffen und dabei eingebeult. Zudem zertrümmerte der verwirrte Vogel mit seinem Schnabel Scheiben und attackierte blitzende Terrassentüren. Erst Ende August machte sich der Großvogel auf den Weg nach Süden.

Nicht nur in MV hat man mit tierischen Ausreißern zu kämpfen, eine Herde ausgebrochener Highland-Rinder sorgt in einem Waldstück bei Hessisch Oldendorf nahe Hannover seit Tagen für Aufregung.

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