Weltblutspendetag : Wiederholungstäter rettet Leben

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Am Sonntag ist Weltblutspendertag: Der Schweriner Klaus Telge spendete bereits 62,5 Liter

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14. Juni 2015, 09:30 Uhr

Jeder dritte Deutsche könnte, aber nur drei Prozent tun es. Ein Schweriner dagegen macht es aus Überzeugung: Blutspenden. 62,5 Liter hat der 52-jährige Klaus Telge in seinem Leben bereits gelassen und gehört damit zu den regelmäßigen Gästen im DRK Blutspendezentrum.

Am heutigen Weltblutspendetag sollen er und 64 andere langjährige Unterstützer geehrt werden. Doch nicht nur für Nachschub der Blutgruppe A+ sorgt der gelernte Agraringenieur, der im öffentlichen Dienst tätig ist. Er besitzt auch einen Organspendeausweis (alles darf nach seinem Tod verwendet werden) und ist in der Knochenmarkspenderdatei eingetragen. Ein klassisches Helfersyndrom diagnostiziert der 52-Jährige sich trotzdem nicht. „Man muss immer an die Gemeinschaft denken. Da es mir gut geht, will ich alles in meiner Macht Stehende tun, um anderen zu helfen.“ Außerdem habe er auch stets die Hoffnung, nie selbst auf der Empfängerseite zu stehen.

Eine Aufwandsentschädigung für seine Spende – die absolut schmerzfrei sei, wie er sagt – bekommt er nicht. „Sonst wäre es auch keine Spende“, stellt der gebürtige Hamburger fest. Dafür wird ihm und den anderen in Berlin ein buntes Programm geboten. Stellvertretend für alle Spender deutschlandweit werden sie in der Orangerie des Schlosses Charlottenburg mit einer Ehrennadel, entworfen von Jette Joop, geehrt.
Die Übergabe nehmen DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters, die DRK-Vize-Präsidentin Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg sowie die Rotkreuz-Botschafterin Carmen Nebel vor.

Mit der deutschlandweiten Kampagne „Mut-Spende“ gemeinsam mit Fußballprofis der Bundesliga und vielen Aktionen vor Ort sollen neue Spender mobilisiert werden. Denn der demografische Wandel werde in den kommenden Jahrzehnten für einen steigenden Bedarf sorgen, so die Ansicht von Kerstin Schweiger, Sprecherin des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost. „Da die Menschen immer älter werden, wird auch immer mehr Blut für die medizinische Versorgung benötigt.“ Spenden kann aber nicht jeder und im Alter nicht unbegrenzt. Nach dem 72. Lebensjahr ist Schluss. „Bei den jungen Leuten spüren wir jetzt den Geburtenknick vom Beginn der 1990er-Jahre“, so Schweiger. Und auch saisonal sei das Aufkommen meist im Sommer und rund um die Weihnachtsfeiertage rückläufig. Komplett ausgegangen seien die Konserven, die vor allem für Krebspatienten, Unfallopfer, Organtransplantierte, aber auch Ungeborene im Mutterleib gebraucht werden, jedoch zum Glück noch nie. Trotzdem: „Die Masse an Nichtspendern unter den 18- bis 72-Jährigen muss jetzt mobilisiert werden“, sagt Schweiger.

Auch Klaus Telge wirbt im Familien- und Bekanntenkreis für die Blutspende und rät allen Unentschlossenen: „Probieren Sie es einfach mal aus.“

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