Bevölkerungsentwicklung : Wieder über 1,6 Millionen Einwohner in MV

Obwohl auch 2015 mehr Menschen starben als geboren wurden, wächst MVs Bevölkerung. Grund: die Zuwanderung

svz.de von
26. August 2016, 21:00 Uhr

Die Rekord-Zuwanderung im Vorjahr hat die Bevölkerung auch in Mecklenburg-Vorpommern wieder wachsen lassen. Allerdings fiel das Einwohnerplus mit 0,8 Prozent geringer aus als in Deutschland insgesamt, dessen Bevölkerung um 1,2 Prozent auf 82,2 Millionen wuchs. Den geringsten Zuwachs hatte Sachsen-Anhalt mit 0,4 Prozent, den höchsten Baden-Württemberg und Bremen mit 1,5 Prozent.

Wie aus den am Freitag vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden veröffentlichten Daten weiter hervorgeht, lebten Ende 2015 in Mecklenburg-Vorpommern 1 612 400 Menschen, 13 200 mehr als ein Jahr zuvor. Damit kletterte die Einwohnerzahl nach zwei Jahren wieder über die 1,6-Millionen-Marke. Der bisherige Tiefstwert war 2013 mit damals 1 596 505 Einwohnern erreicht worden.

1991 hatten im Nordosten noch knapp 1,9 Millionen Menschen gelebt.

Abwanderung und Geburtenknick führten seither zu einem stetigen Bevölkerungsrückgang. Ein Trendwandel setzte 2014 ein. Ohne Zuwanderung aber wäre die Einwohnerzahl auch in den beiden Vorjahren zurückgegangen, weil mehr Menschen starben als geboren wurden. 2015 etwa registrierte das Statistikamt in Schwerin rund 20 300 Sterbefälle, allerdings nur gut 13 300 Geburten.

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Die Differenz von etwa 7000 wurde nun durch die Zuwanderung mehr als ausgeglichen. Laut Statistik ließen sich 2015 rund 58 200 Menschen neu in Mecklenburg-Vorpommern nieder. Das war die bislang höchste Zahl seit 1990. Etwas mehr als 38 000 kehrten dem Land den Rücken.

Daraus ergibt sich ein sogenannter Wanderungsgewinn von etwa 20 000.

Dabei überwog die Zahl der Männer mit 13 400 deutlich. Der Zuzug aus dem Ausland verdoppelte sich innerhalb eines Jahres. Laut Statistikamt kamen 2015 etwa 33 000 Menschen aus dem Ausland nach Mecklenburg-Vorpommern, 15 000 verließen den Nordosten aber wieder, um woanders zu leben.

In ganz Deutschland wuchs die Bevölkerung aufgrund der Rekord-Zuwanderung im vergangenen Jahr um rund 978 000. Das ist dem Bundesamt zufolge das stärkste Plus seit der Wiedervereinigung. Die Einwohnerzahl war allerdings in den Jahren 2001 bis 2005 mit 82,4 bis 82,5 Millionen noch etwas höher. Ohne die Zuwanderung wäre die Einwohnerzahl 2015 zurückgegangen, weil 188 000 Menschen mehr starben als geboren wurden. Unterm Strich (Fortzüge abgezogen) kamen rund 1,139 Millionen Menschen in die Bundesrepublik, so viele wie noch nie in einem Jahr. Neben Schutzsuchenden aus Kriegs- und Krisenregionen kamen auch viele EU-Bürger auf der Suche nach Arbeit.

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