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HIV : Wieder mehr Infektionen mit Aids-Viren

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bei 107 Menschen in MV ist Krankheit ausgebrochen

Sind die Mecklenburger und Vorpommern beim Sex zu sorglos? Erstmals seit 2008 haben sich im vergangenen Jahr im Nordosten wieder mehr Menschen mit dem Aids-Virus infiziert. Wurden im Jahr 2012 noch 27 Menschen im Nordosten positiv auf HIV getestet, waren es im vergangenen Jahr 45. Das entspricht einem Anstieg von 67 Prozent, teilte das Centrum für sexuelle Gesundheit Rostock (CSG) unter Berufung auf Daten aus dem Robert-Koch-Institut Berlin mit. In Rostock stieg die Zahl der HIV-Erstdiagnosen im selben Zeitraum von 4 auf 13.

„Die HIV-Infektion ist in Zeiten der guten Therapieoptionen in Deutschland und den anderen reichen Industriestaaten zu einer chronischen Erkrankung geworden, die den Schrecken des Todesurteils verloren hat“, sagte Anja Neutzling, Sprecherin des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus). HIV-Infizierte können inzwischen behandelt werden wie etwa Patienten mit Diabetes auch. „Die Menschen gehen möglicherweise deshalb sorgloser mit der Ansteckungsgefahr um“, so Marianne Hader vom CSG.

Von den Erstdiagnosen 2013 waren landesweit 38 Männer und sieben Frauen betroffen, in Rostock zehn Männer und drei Frauen, teilte das CSG mit, das seit 12 Jahren Beratung und Betreuung anbietet. 20 der 38 infizierten Männer seien schwul oder bisexuell. Die meisten Diagnosen fanden bei Personen im Alter zwischen 25 und 49 Jahren statt.

In Mecklenburg-Vorpommern leben 550 bis 600 Menschen mit HIV und Aids. Landesweit ist seit Beginn der Epidemie bei 107 HIV-Infizierten die Krankheit ausgebrochen. 27 sind inzwischen an den Folgen verstorben. Der deutschlandweite Anstieg lag im vergangenen Jahr bei knapp drei Prozent. Waren es im Jahr 2012 noch 2975 Erstdiagnosen, kletterte die Zahl auf 3066 im vergangenen Jahr.

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erstellt am 15.Apr.2014 | 07:31 Uhr

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