zur Navigation springen

Medizinische Versorgung : Wieder mehr Hausärzte in MV

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Förderung zeigt Wirkung: Doch noch immer werden 128 Allgemeinmediziner gesucht

svz.de von
erstellt am 01.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Licht am Ende des Tunnels: Die Zahl der Hausärzte in Mecklenburg-Vorpommern steigt. Wurden im Jahr 2010 hier im Land lediglich 1060 Hausärzte gezählt, waren es Ende Januar 2017 knapp 1170. „Wir sind froh, dass die zahlreichen Fördermaßnahmen, die wir in den vergangenen zehn Jahren nach und nach auf den Weg gebracht haben, nun Wirkung zeigen“, konstatierte Axel Rambow, der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommerns (KVMV), gestern in Schwerin. Zuvor seien landesweit im Durchschnitt pro Jahr zehn Hausarztpraxen ohne Nachfolger geblieben.

Ausschlaggebend für die positive Entwicklung ist ein ganzes Maßnahmengefüge: So wurden die Bedingungen für die fünfjährige Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmediziner verbessert. Jeder fünfte niedergelassene Allgemeinmediziner hat inzwischen eine Weiterbildungsbefugnis. Auch 20 Kliniken in MV beteiligen sich an der Allgemeinmedizinerausbildung.

Wer eine Hausarztpraxis in einem medizinisch unterversorgten Gebiet eröffnen möchte, kann seit 2008 einen Investitionskostenzuschuss erhalten. Anfangs wurden pro Praxisgründung oder -übernahme bis zu 50 000 Euro gezahlt, 2016 wurde der Höchstbetrag auf 75 000 Euro erhöht. Wer sich in einem Gebiet mit drohender Unterversorgung als Hausarzt niederlässt, kann mit 25 000 bis 50 000 Euro bezuschusst werden. Für die Gründung einer Zweitpraxis bzw. Außenstelle kann es bis zu 20 000 Euro dazugeben, ebensoviel für die Anstellung eines Arztes. Insgesamt sind laut KVMV seit 2008 derart 146 Praxen mit insgesamt 5,6 Millionen Euro gefördert worden. Auch in diesem Jahr stehen wieder 1,2 Millionen Euro für Investitionskostenzuschüsse zur Verfügung.

Für eine dauerhafte Entwarnung ist es allerdings zu früh: Das Durchschnittsalter der Allgemeinmediziner im Land liegt aktuell bei 54 Jahren, wie aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken hervorgeht. 148 niedergelassene Ärzte aus dieser Fachgruppe werden demnach in den nächsten fünf Jahren das Regelaltersrenteneintrittsalter erreichen. Diese Zahl wird also zu den heute immer noch vakanten 128 Hausarztsitzen hinzuzurechnen sein.

Die KVMV sieht zudem mittlerweile auch im fachärztlichen Versorgungsbereich Handlungsbedarf, vor allem bei Kinderärzten, Hautärzten und Neurologen bzw. Psychiatern. Die Vereinigung habe ihre Anstrengungen deshalb zunehmend auch auf dieses Gebiet ausgeweitet, so Rambow.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen