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Bevölkerungsentwicklung MV : Wieder mehr Fort- als Zuzüge

vom
Aus der Onlineredaktion

Vor allem junge Leute verlassen das Land

Die Hoffnung auf eine Trendumkehr bei der Bevölkerungsentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern scheint sich nach kurzer Zeit wieder zu zerschlagen. Wie aus jetzt veröffentlichten Daten des Statistischen Amtes in Schwerin hervorgeht, zeichnet sich nach zwei Jahren mit wachsender Bevölkerung wieder ein Rückgang ab.

Demnach überwog im zweiten Quartal 2016 die Zahl der Fortzüge mit etwa 11 000 wieder die der Zuzüge um knapp 1000. Zahlen für das gesamte Vorjahr liegen noch nicht vor.

Landflucht vornehmlich junger Leute und deutlich mehr Todesfälle als Geburten sorgten im Nordosten jahrelang für einen Bevölkerungsrückgang. Doch hatte es 2014 und 2015 so viele Zuzüge gegeben, dass nicht nur die Fortzüge, sondern auch das Geburtendefizit kompensiert wurde. 2014 ging erstmals seit 27 Jahren die Einwohnerzahl wieder nach oben und überschritt 2015 auch wieder die 1,6 Millionen-Marke. Die Landesregierung hatte diese Entwicklung auch als Beleg für wachsende Attraktivität Mecklenburg-Vorpommerns und die Rückkehr ehemaliger Landeskinder gewertet.

Doch zeigt die Statistik, dass das Einwohnerplus im Saldo allein auf den Zuzug aus dem Ausland zurückzuführen ist. 2014 kamen rund 14 600 Ausländer nach Mecklenburg-Vorpommern, 6200 verließen das Land. Der starke Zustrom von Asylbewerbern ließ die Zuwanderung im Jahr 2015 auf gut 30 000 anwachsen, in dem Jahr verließen 9500 Ausländer das Land wieder. Der sogenannte Wanderungsüberschuss von gut 20 000 hatte sich damit im Vergleich zu 2014 mehr als verdoppelt.

Doch legt die Quartalsstatistik nahe, dass viele Asylbewerber Mecklenburg-Vorpommern nur als Durchgangsstation sahen. So zogen im Frühjahr 2016 rund 2600 Menschen nach Nordrhein-Westfalen. Der Zuzug aus diesem Bundesland war mit 560 registrierten Fällen deutlich geringer. Neue gesetzliche Regelungen erschweren inzwischen aber den Länderwechsel für Flüchtlinge in Deutschland.

Wie aus der Statistik weiter hervorgeht, verlassen vor allem junge Menschen Mecklenburg-Vorpommern. Bis zum 40. Lebensjahr überwiegen die Fortzüge. Fast 40 Prozent der Menschen, die dem Land den Rücken kehrten, waren zwischen 20 und 30 Jahren alt. Bei den Über-40-Jährigen überwiegen die Zuzüge leicht. Doch machen sie nur einen vergleichsweise geringen Teil der Wanderungsbewegung aus.

Abwanderung und wenige Geburten haben dafür gesorgt, dass die Bevölkerung Ostdeutschlands seit der Wiedervereinigung drastisch geschrumpft ist. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes lebten 2015 noch rund 12,5 Millionen Menschen in den fünf neuen Bundesländern (ohne Berlin), 2,3 Millionen weniger als zu Zeiten der Wiedervereinigung.

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