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Heime im Land sind voll : Wieder mehr Asylbewerber im Nordosten

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In MV suchen deutlich mehr Menschen Asyl als noch in den Vorjahren. Im Nordosten beantragten etwa acht Prozent mehr Menschen Asyl als 2010. Einige der zehn Heime im Land haben ihre Platzkapazitäten erreicht.

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erstellt am 01.Feb.2012 | 08:10 Uhr

Schwerin | In Mecklenburg-Vorpommern suchen deutlich mehr Menschen Asyl als noch in den Vorjahren. Das geht aus Zahlen des Schweriner Innenministeriums hervor, die unserer Redaktion vorliegen. So beantragten im vergangenen Jahr 973 Menschen im Nordosten Asyl. Das sind etwa acht Prozent mehr als 2010. Gegenüber 2006 ist die Flüchtlingszahl sogar fast auf das Dreifache gestiegen. Damals kamen 369 Asylbewerber ins Land.

Die meisten Asylsuchenden kommen aus Afghanistan (266) und Serbien (169). Bei den Menschen aus Serbien handelt es sich zumeist um Angehörige der dortigen Minderheit der Roma. Nach Angaben von Flüchtlingsorganisationen werden sie in ihrer Heimat von serbischen Nationalisten verfolgt. Außerdem kamen 81 Schutzsuchende aus dem Iran nach MV, 72 aus dem Irak und 53 aus Somalia.

Im gesamten Bundesgebiet haben im vergangenen Jahr 45 741 Menschen Asyl beantragt. Das sind elf Prozent mehr als 2010. Als einer der Gründe für die Zunahme wird die schlecht gesicherte Grenze zwischen der Türkei und Griechenland genannt, über die Flüchtlinge in die Europäische Union gelangen und weiter nach nach Deutschland reisen. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) mahnt Konsequenzen an. "Da die Asylbewerberzahlen vor allem seit Mitte 2010 stetig ansteigen und nach aktuellen Zugangsprognosen diese Entwicklung anhalten wird, müssen zusätzlich Platzkapazitäten geschaffen werden", sagte der Minister gegenüber unserer Redaktion. Verantwortlich sind die Landkreise und kreisfreien Städte. Einige der zehn Heime im Land haben ihre Kapazitäten erreicht.

Das Land hat bereits die Finanzmittel für Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge aufgestockt. So sind im Doppelhaushalt 2012/13 des Landes für das laufende Jahr 44,6 Millionen Euro eingestellt. Für 2013 wurde die Summe auf 49,2 Millionen erhöht.

Aufgrund der steigenden Zahl von Asylbewerbern werden auch mehr Plätze in der zentralen Erstaufnahmeeinrichtung in Horst bei Boizenburg benötigt. Darum habe die Landesregierung, den Vertrag mit Hamburg fristgerecht zum 30. September 2012 gekündigt. "Unabhängig davon sind wir grundsätzlich zu einer Fortführung der Kooperation bei Anpassung der Aufnahmekapazitäten für die von uns selbst unterzubringenden Asylbewerber bereit", so Caffier. In Horst sind derzeit 121 Asylsuchende aus MV und 166 aus Hamburg untergebracht.

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