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Gegen den Bundestrend : Wieder mehr Abtreibungen in MV

vom
Aus der Onlineredaktion

MV mit höchster Quote unter Flächenländern. Ministerin Drese: Beratung nutzen

Im Gegensatz zum Bundestrend ist die Zahl der Abtreibungen in Mecklenburg-Vorpommern im vergangenen Jahr erstmals seit längerer Zeit wieder gestiegen. Im Nordosten wurden 2774 Schwangerschaftsabbrüche gemeldet und damit 160 mehr als 2015, wie das Statistische Bundesamt gestern in Wiesbaden berichtete. Zuvor waren die Abbruchzahlen im Nordosten seit 2010 stetig gesunken.

Seit 2011 liegen sie unter 3000 im Jahr. Mit 93 Abtreibungen je 10 000 Frauen zwischen 15 und 49 Jahren ist Mecklenburg-Vorpommern das Flächenland mit der höchsten Abbruchquote.

Höher war sie im vergangenen Jahr nur in den Stadtstaaten Berlin (108) und Bremen (100). Bundesweit wurden 2016 rund 98 700 Schwangerschaftsabbrüche registriert und damit 0,5 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Dies entsprach 56 Abbrüchen je 10 000 Frauen.

Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) äußerte Bedauern über die Entwicklung im Nordosten. Sie verwies auf ein dichtes Beratungs- und Hilfenetz für Schwangere. „Derzeit betreiben 26 Träger insgesamt 42 Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen im gesamten Land“, sagte sie. „Die qualifizierten Mitarbeiter bieten Beratung und Hilfe vor, während und nach der Schwangerschaft an.“ Diese Angebote sollten gerade in Krisensituationen genutzt werden – von Frauen wie von Männern, betonte Drese.

Mehr als jede vierte Schwangere im Nordosten (28 Prozent), die im vergangenen Jahr eine Abtreibung vornehmen ließ, hatte noch kein Kind geboren. Dieser Anteil liegt deutlich niedriger als bundesweit, wo dies den Angaben zufolge auf 39 Prozent zutraf.

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