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Polizei schlägt Alarm : Wieder Jugendlicher mit „Spice“ vergiftet

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Synthetische Droge auf dem Vormarsch

von
erstellt am 09.Okt.2015 | 21:00 Uhr

Die Polizei schlägt Alarm: Schon wieder musste ein Jugendlicher im Landkreis Vorpommern-Greifswald mit starken Ausfallerscheinungen in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Grund: Der 17-Jährige hatte am Donnerstagnachmittag die Modedroge ,Spice‘ geraucht, nachdem er sich auf einer Skaterbahn in Ueckermünde mit vier weiteren Jugendlichen getroffen hatte. „Während der alarmierte Rettungsarzt den zusammengebrochenen Jungen behandelte, suchten die Kumpels lieber das Weite“, berichtete heute Polizeisprecher Axel Falkenberg.

Längst kein Einzelfall. In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass in Pasewalk und Ueckermünde mindestens fünf Jugendliche und sogar Kinder wegen „Spice“ in Krankenhäusern behandelt werden mussten. „Drei von ihnen hatten sofort nach dem Konsum Ausfallerscheinungen, Panikzustände, Schreikrämpfe und Kreislaufprobleme“, so Falkenberg.

Ebenfalls in der vergangenen Woche starb in der Wohnung eines Ueckermünder Mehrfamilienhauses ein 33-Jähriger Mann. Ein 17-Jähriger, der sich ebenfalls in der Wohnung befand, wurde in ein Krankenhaus gebracht. Auch in diesen beiden Fällen gehen Ermittler davon aus, dass „Spice“ oder ähnliche Substanzen im Spiel waren. Diese Vermutung wird beim derzeitigen Stand der Untersuchungen allerdings offiziell weder bestätigt noch dementiert.

„Spice“ sieht harmlos aus wie eine Kräutertee-Mischung und ist seit etwa zehn Jahren auf dem Markt. Die in Deutschland verbotene Droge enthält ein synthetisches Cannabinoid, das eine vier- bis zehnmal höhere Wirkung als beispielsweise Marihuana erreicht. „Aufgrund unterschiedlicher und immer neuer Stoffzusammensetzungen ist die Gefährlichkeit dieser Droge unkalkulierbar“, erklärte Michael Schuldt, Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA).

Wo das „Spice“ in den konkreten Fällen in Vorpommern herkam, konnte die Polizei gestern noch nicht sagen. Allgemein ist bekannt, das die Droge in osteuropäischen Laboren hergestellt und relativ billig vertrieben wird.

Ebenfalls heute wurde die elterliche Wohnung eines 17-jährigen mutmaßlichen Drogendealers in Schwerin von der Polizei durchsucht. Die Eltern wussten bis dahin nichts von den Vorwürfen.

 

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