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Brandserie an der Mecklenburger Seenplatte geht weiter : Wieder Feuer: Wohnwagen brennt aus

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Die Brandserie im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte reißt nicht ab: Sonntagabend brannte Bauwagen an einem Angelteich zwischen Krummsee und Ritzerow in der Gemeinde Jürgenstorf.

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erstellt am 24.Jun.2013 | 07:59 Uhr

Waren | Die Brandserie im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte reißt nicht ab: Sonntagabend gegen 21.30 Uhr brannte ein zum Wohnwagen umfunktionierter Bauwagen an einem Angelteich zwischen den Ortschaften Krummsee und Ritzerow in der Gemeinde Jürgenstorf. Drei Feuerwehren aus der Umgebung waren mit 40 Kameraden vor Ort. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf rund 3500 Euro. Damit handelt es sich bereits um das zwölfte Feuer innerhalb von knapp einem Jahr in der Region.

"Der Gesamtschaden beläuft sich inzwischen auf rund eine Million Euro", so Andreas Scholz, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Neubrandenburg. Die Beamten gehen in allen Fällen von Brandstiftung aus. Ob ein Zusammenhang zwischen den einzelnen Fällen besteht, will die Polizi nicht bestätigen. Aufgrund der Häufung der Delikte wurde bereits eine Ermittlungsgruppe auf die Brandstifter angesetzt - jedoch bisher ohne Erfolg.

Allein in der Gemeinde Jürgenstorf brannte es vier Mal innerhalb kurzer Zeit. Drei Mal davon erwischte es die Gut Jürgenstorf GmbH. "Mittlerweile ist uns ein Schaden von fast 900 000 Euro entstanden", schätzt Geschäftsführer Dirk Schröder. Am schwersten erwischte es seinen Betrieb im Mai dieses Jahres, als eine Lagerhalle mit rund 2000 Strohballen und mehreren Gerätschaften niederbrannte. "Allein hier beträgt der Schaden ca. 670 000 Euro", sagt Scholz. Ruhig schlafen könne er inzwischen nicht mehr, zu besorgt sei er um seinen Betrieb mit 25 Beschäftigten, 1000 Hektar Ackerland und 500 Milchkühen. Auf dem Hof sei fast rund um die Uhr jemand, es gebe auch einen Nachtwächter. Trotzdem habe noch niemand etwas Verdächtiges beobachten können. "Früher oder später werden die Täter einen Fehler machen und geschnappt werden", hofft er.

Auch die Bevölkerung sei zunehmend beunruhigt, bestätigt Peter Schäfer, Wehrführer der Jürgenstorfer Feuerwehr. "Die Polizei hat im Dezember 2012 in einer großen Aktion einzelne Personen zu der Brandserie vernommen, darunter auch unsere Kameraden", erzählt er. Hintergrund ist die Brandserie 2012, als zwei Männer in Neukalen und Penzlin mehrere Monate lang gezündelt hatten und schließlich zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt wurden. Beide waren Feuerwehrleute.

Chronik der Brandserie

• 31. Juli 2012: Brandserie beginnt in Pribbenow und Rottmannshagen: 56 Strohballen
• 4. September: In Jürgenstorf verbrennen auf einem Hof 2500 Strohballen
• 13. September: In Schwinkendorf brennt eine Strohmiete nieder, Schaden: 12000 Euro
• 25. November: In Zettemin brennen acht Bootschuppen, mehrere Zehntausend Euro
• 14. Dezember: Eine ehemalige Reithalle brennt in Schwinkendorf aus. Acht Pferde können gerettet werden. 200000 Euro
• 26. Dezember: Eine mit Stroh gefüllte Lagerhalle in Jürgenstorf brennt nieder
• 3. Januar 2013: Eine Lagerhalle in Schwinkendorf mit über 1000 Strohballen brennt
• 25. Mai: In Jürgenstorf brennt erneut eine Lagerhalle ab. Schaden: 674000 Euro.
• 3. Juni: In Hungerstorf verbrennt Strohmiete
• 23. Juni: Bei Jürgenstorf brennt ein zum Wohnwagen umgebauter Bauwagen ab

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