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Kaputtsparen in MV : Wie viel Polizei braucht Mecklenburg-Vorpommern?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Fakt ist, die 5000 Polizisten im Land sind über die Maßen belastet.

von
erstellt am 23.Dez.2014 | 07:55 Uhr

Jetzt ist die Katze aus dem Sack. Seit Monaten wehrt sich Innenminister Caffier prophylaktisch gegen einen neuen Stellenabbau bei der Polizei. Ein Dauerthema, das schon bei der Aufstellung des Doppelhaushaltes 2013/14 für Streit zwischen Caffier und Finanzministerin Polzin sorgte. Ja, bereits bei Caffiers Polizeireform 2011, die 360 Stellen aus den Amtsstuben der Polizeiführung in die Reviere spülen sollte, war ein neuer Personalabbau 2015 im Gespräch. „Mit der jetzigen Neuorganisation der Polizei ist die Belastungsgrenze erreicht“, warnte Caffier damals. Ein weiterer Abbau von Stellen nach 2015 würde zur Folge haben, dass das Aufgabenspektrum der Polizei nicht mehr zu bewältigen sei. Schnee von gestern?

Damals vereinbarten CDU und SPD, 2015 die Strukturen zu prüfen, bevor weitere Einschnitte erfolgen. Und jetzt holt Frau Polzin bereits die Vergleichskeule zu anderen Bundesländern heraus, ein probates Mittel aus der Vergangenheit, um den Sparhahn immer weiter zuzudrehen?

Wie viel Polizei braucht Mecklenburg-Vorpommern, um die Sicherheit seiner Bürger zu gewährleisten? Nimmt man die Einwohnerzahl zum Maßstab, dann gibt es hier mehr Polizisten als z.B. in Schleswig-Holstein, sagt Polzin.

Nimmt man die Fläche zum Vergleich, dann sieht es genau anders herum aus. Polzins Vergleich taugt also wenig. Fakt ist, die 5000 Polizisten im Land sind über die Maßen belastet. Davon zeugen 155 000 Krankentage, 31 je Beamtem. Ähnlich sieht es bei Überstunden aus. Dennoch machen sie noch immer einen guten Job.

Rot-Schwarz sollte genau überlegen, wo die Sparschraube angezogen wird. Und Caffier weiß, dass seine politische Glaubwürdigkeit an diesem Thema hängt. Man kann sich nicht über Jahre hinter die Polizisten stellen, um sie im entscheidenden Moment im Regen stehen zu lassen.

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