Rerik : Wie ist die Munition in den Sand gelangt?

An der Ostseite des Strandes können sich Urlauber schon jetzt in der Sonne ahlen, so Stefanie Quaas, Leiterin der Kurverwaltung
An der Ostseite des Strandes können sich Urlauber schon jetzt in der Sonne ahlen, so Stefanie Quaas, Leiterin der Kurverwaltung

Bergungsarbeiten sind in den letzten Zügen / Reriker Kurverwaltung erfreut sich trotz Einschränkungen guter Buchungszahlen

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04. Juli 2014, 12:00 Uhr

Die Munitionsbergung am Strand von Rerik steckt in den letzten Zügen. Seitdem der Badestrand östlich der Seepromenade freigegeben wurde, können die Bewohner und Gäste des Badeortes aufatmen. „Jetzt können wir optimistisch auf die Saison blicken“, sagt Stefanie Quaas, Leiterin der Kurverwaltung Rerik.

Wie die Munition in den Sand gelangt ist, kann sich die Kurverwalterin nicht erklären. Fakt ist: Im vergangenen Herbst hat das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu MM) den Strand zwischen der Ortslage Rerik und der Halbinsel Wustrow auf einer Länge von 1,5 Kilometern neu aufgeschüttet. Genau in diesem Bereich haben Spaziergänger Anfang des Jahres die ersten Munitionsteile gefunden. Der Aufspülungsbereich lag zwischen 60 Zentimeter und 1,5 Metern Tiefe. Insgesamt wurden bisher 51 Granaten der Kaliber zwischen 13 Millimeter bis 7,5 Zentimeter, Zünder und rund 1,2 Tonnen Bruchstücke und Splitter von Kampfmitteln gefunden.

Unklar ist, ob sich die Kriegsüberbleibsel in dem Sand befanden, der neu auf den Strand aufgeschüttet wurde. „Das wird im Anschluss der Bergungsarbeiten anhand der Dokumentation des Munitionsbergungsdienstes über die Beräumung geprüft werden müssen“, sagt Michael Teich, Sprecher des Innenministeriums. Zurzeit könne er das jedoch nicht eindeutig sagen.

In den vergangenen acht Wochen mussten sich die Urlauber mit enormen Einschränkungen zufrieden geben. „Nicht nur der Strand auch die Seebrücke waren gesperrt“, sagt Quaas. Einzig an den Wochenenden, während der Arbeitspausen des Munitionsbergungsdienstes durfte die Brücke betreten werden. Trotz der Einschränkungen kann sich die Kurverwaltung über den Buchungsstand nicht beklagen. „Über Ostern lag die Auslastung bei 80 Prozent“, so die Leiterin. 6000 Gäste waren über die Feiertage in Rerik zu Gast. Während der Pfingstfeiertage sei die Auslastung ähnlich gewesen. „Wir haben versucht, den Besuchern während der Strandsperrung eine Alternative zu bieten, indem wir Strandkörbe ans Salzhaff gestellt haben“, sagt sie. Jetzt, kurz vor Ferienbeginn sei die Zahl der Besucher noch verhalten. Quaas hofft, dass sich das noch ändert. Denn die Bergungsarbeiten sollen bis zum 18. Juli beendet sein. Bis dahin soll der gesamte Strand laut Innenministeriums durchgesiebt und wieder frei von gefährlichen Kampfmitteln sein. „Rund 80 000 Kubikmeter Sand werden aufgenommen und durch die Siebanlagen Kampfmittelfrei gemacht“, sagt Ministeriumssprecher Teich. 660 000 Euro habe die Bergung bisher gekostet.

Die Leiterin der Kurverwaltung hofft, dass bei einer weiteren Aufschüttung der Strand nicht wieder abgesperrt werden muss. „Wenn den Besuchern ein touristischer Anziehungspunkt fehlt, ist das natürlich bitter“, sagt sie. Zum Glück habe die Masse aber bisher Verständnis gezeigt.

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