Warten auf den Richtigen : Wie halten es Jugendliche mit dem Sex?

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Die Einstellung von Jugendlichen zum Sex ist eher konservativ. Verhütung ist meist kein Problem

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12. November 2015, 20:55 Uhr

Eine neue Studie gibt Aufschluss – früher Sex ist demnach die Ausnahme. Gleichgeschlechtliches Knutschen ist hingegen laut Experten kein Tabu. Hintergründe von Gisela Gross.

Warum warten Jugendliche mit dem ersten Mal?

Die Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), zu der gestern erste Ergebnisse präsentiert wurden, nennt unabhängig von Geschlecht und Herkunft als wichtiges Motiv:  Oft fehle der richtige Partner. Bei Frauen mit ausländischen Wurzeln spielen auch Moralvorstellungen und Angst vor den Eltern eine Rolle. Wenn Jugendliche Sex haben, dann zunehmend mit einem festen Partner – das gilt für Jungen wie für Mädchen, für Deutschstämmige ebenso wie für Jugendliche mit ausländischen Wurzeln.

Woher kommt das Bedürfnis nach Sicherheit?

Beziehungen sind heute oft unverbindlich, sexuelle Identitäten wandelbar, und auch die Ehe ist nicht mehr nur Mann und Frau vorbehalten – für den  Hamburger Trendforscher Peter Wippermann liegt der Schluss nahe: „Alles was verschwindet, gewinnt an Wert.“ Die romantischen, konservativen Vorstellungen der Jugend sieht er daher auch als „Trotzkultur“ oder  Gegenbewegung. Das Problem: Am Ende hielten auch diese  Beziehungen nicht.

Wie verhüten Jugendliche?

Der Schutz nicht nur vor einer Schwangerschaft, sondern auch vor HIV und Geschlechtskrankheiten ist ihnen wichtig: Das Kondom ist bei beiden Geschlechtern zwischen 14 und 25 Jahren das am häufigsten verwendete Verhütungsmittel, vor der Pille. Im Vergleich zu früher beschreiben die BZgA-Fachleute die heutigen Jugendlichen als gewissenhafter. Die Präventionsansätze in Deutschland funktionierten, sagt die Geschäftsführerin der Berliner Aids-Hilfe, Ute Hiller. Das sei aber kein Grund zum Nachlassen:  „Wissen vererbt sich nicht.“

Wo hapert es noch? 

Sexologin und TV-Aufklärerin Ann-Marlene Henning („Make Love“) schätzt das Wissen von Jugendlichen als eher oberflächlich ein: Sie schnappten zwar vieles auf und fragten nach Stellungen und Techniken, alles verstehen würden sie aber nicht.

Auch alte Klischees sind nicht vom Tisch.  „Wenn mal ein Mädchen mehr weiß, gilt sie gleich als Schlampe. Der Junge dagegen ist dann ein toller Hecht.“

Wie gross ist der Einfluss von Pornografie?

Mit eindeutigen Bildern sind viele Jugendliche vertraut. „Aber die haben ein Gefühl dafür, dass es Show ist“, sagt Henning. Dennoch verglichen sich Jugendliche mit den Körpern aus Pornos und fühlten sich daher weniger wohl in ihrer Haut. „Der Druck da draußen steigt – OPs, Diäten – jetzt hat es auch noch die Jungs erfasst“, so Henning.

Homo-Ehe, Geschlechtsumwandlungen: Die Gesellschaft ist bunter geworden. Wie gehen Jugendliche damit um?

Sie habe bei Gesprächen mit Jugendlichen bemerkt, dass diese große Freiheiten beim Ausprobieren ihrer Sexualität haben und diese auch nutzen, so Henning. Gleichgeschlechtliches Knutschen etwa werde getestet: „Damit spielen sie.“

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