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Mecklenburg-Vorpommern

19. November 2017 | 21:07 Uhr

Flüchtlinge in Rostock : Wie geht es weiter?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Noch viele offene Fragen bei Planungen für das kommende Jahr

In Rostock laufen die Planungen zur Betreuung von Flüchtlingen im kommenden Jahr auf Hochtouren. „Wir rechnen mit rund 3000 Flüchtlingen“, sagt Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke).

Aktuell sind in der Hansestadt rund 1000 Flüchtlinge, die ein Asylverfahren durchlaufen. Ob jedoch die Zahl von 3000 realistisch ist, weiß keiner. Es wäre fahrlässig, nicht mit der Höchstzahl zu rechnen und dann möglicherweise vor einem Chaos zu stehen, ist Bockhahn überzeugt. „Aber selbst wenn wir tatsächlich 3000 Leute bekommen, haben wir in der Stadt einen Migrantenanteil von fünf Prozent – wo ist das Problem.“ Es sei wohl eine Herausforderung. „Es wird knirschen. Die Frage, ob wir das schaffen, gibt es aber nicht. Die einzige Frage ist, wie wir es schaffen“, sagt er.

Es gelte nun, in einer Stadt mit einem Wohnungsleerstand von unter zwei Prozent Wohnraum zu finden. Dazu gehört das von Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) schon vor der Flüchtlingskrise ausgesprochene Ziel, pro Jahr 1000 Wohnungen zu errichten.

Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) hatte jüngst zugesagt, die Stadt bei der Finanzierung von bis zu 250 Wohnungen pro Jahr zu unterstützen.

Diese Hilfe ist nach Worten Bockhahns dringend notwendig, um für eine soziale Verteilung der Neubauten in allen Stadtteilen zu sorgen.

Containerbauten lehne die Stadt ab, nach wenigen Jahren müssen diese wieder abgerissen werden. „Es gibt ein gutes Dutzend Flächen, auf denen wir die richtigen Häuser errichten können.“ Zusätzlich muss die Zahl der Gemeinschaftsunterkünfte ausgebaut werden, hoher Pragmatismus sei da angesagt. „Ich hoffe, dass wir da künftig besser zusammenarbeiten werden“, weist Bockhahn auf Probleme der letzten Wochen hin. Ziel sei, 2500 Plätze in Unterkünften zu haben, etwa 20 Liegenschaften werden geprüft.

„In Rostock ist die Situation vieler Flüchtlinge absolut unzufriedenstellend“, bedauert die Sprecherin der Initiative „Rostock hilft“, Julia Reichart. So lebten nach wie vor rund 30 Flüchtlinge in einer Turnhalle auf engstem Raum, obwohl dies gar nicht notwendig wäre. Stellen für Sozialarbeiter fehlten. „Nach meiner Erfahrung mit der Stadt, die viel sagt und wenig macht, habe ich nicht viel Optimismus.“ Die bisherige Nothilfe von „Rostock hilft“ wandele sich in Beratungsangebote. Auch in diesem Bereich gebe es erhebliche Defizite. Was außerdem fehlt, sind Kita-Plätze.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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