Peter Wensierski spricht mit Schülern : Wie das Wendejahr begann

Schüler dreier Geschichtskurse lauschen in der Aula des Crivitzer Gymnasiums am Sonnenberg dem Vortrag.  Fotos: Volker Bohlmann
1 von 2
Schüler dreier Geschichtskurse lauschen in der Aula des Crivitzer Gymnasiums am Sonnenberg dem Vortrag. Fotos: Volker Bohlmann

Spiegel-Autor Peter Wensierski sprach mit Gymnasiasten über die Anfänge der friedlichen Revolution.

von
13. März 2018, 21:00 Uhr

In Rostock rufen AfD und Mvgida jüngst wieder zu Montagsdemonstrationen auf. Doch die Erinnerungen an die Wurzeln des friedlichen Protest in der DDR verschwinden dahinter immer mehr. Der Spiegel-Journalist und Filmemacher Peter Wensierski hält die Erinnerung wach, so auch in seinem jüngsten Buch, dass er den Abiturjahrgängen in Crivitz und Ludwigslust vorstellte. Verhaftet werden, nur weil man Flugblätter verteilt: Im Vorfeld der ersten, nicht genehmigten Demo in der DDR am 15. Januar 1989 in Leipzig sind junge Leute, die selbst nicht älter als die Abiturienten waren, mit dem Staat aneinander geraten. In deren Rahmenlehrplan steht gerade Geschichte nach 1945, doch „Schulbücher erschöpfen sich im Falle der DDR im Erklären von Strukturen“, sagt Wensierski und hält der Geschichtsschreibung die Geschichten von Menschen entgegen.

Menschen, die er als Journalist aus dem Westen in den 80er Jahren bereits kennenlernen durfte. Und das zeigt Wirkung. „Wir gucken heute permanent nur auf unsere Smartphones und die jungen Leute damals haben richtig was risikiert“, zeigt sich Schülerin Zoe beeindruckt. Es sei aber auch schön, heute ein freies Leben genießen zu können, ergänzt Mitschüler Jan-Ole und meint, es lohne sich etwa für gute Bildung und eine schnellere Digitalisierung zu kämpfen. Im privaten Umfeld werde noch viel über die DDR gesprochen, so Zoe, allerdings „gefällt es mir nicht, wenn immer noch zwischen den Menschen in Ost und West unterschieden wird.“

Die Lesereise und eine mobile Ausstellung zum Wendeherbst im Norden werden finanziell getragen von der Landeszentrale für politische Bildung und der Landesbeautragten für die Stasiunterlagen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen