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Mecklenburg-Vorpommern

24. November 2017 | 06:56 Uhr

Wie baut man einen Reaktor ab?

vom

svz.de von
erstellt am 09.Mär.2012 | 11:03 Uhr

Lubmin | Einst bauten sie die ehemaligen Atomanlagen in Lubmin und Rheinsberg (Brandenburg) zurück. Jetzt sind die Fachleute der Energiewerke Nord (EWN) in den früheren Ostblock-Staaten gefragt, sei es bei der Entsorgung von Atom-U-Booten oder stillgelegten Kraftwerken. Die Energiewerke haben sich als Rückbauspezialist für atomare Altlasten international einen Namen gemacht. So stellten die EWN-Experten für das 1986 havarierte Atomkraftwerk in Tschernobyl ein Dokumentations- und Informationssystem zum Rückbau. Der letzte Block der Anlage war erst Ende 2000 vom Netz genommen worden. In der Datensammlung sollen die Demontage-Abläufe für den späteren Rückbau, Kosten sowie das Genehmigungsmanagement präzise festgelegt werden. Auch für die abgeschalteten Kernkraftwerke in Ignalina in Litauen, in Rowno und Zaporoshye (beide ebenfalls Ukraine), Bohunice (Slowakei) und Kozlodoy (Bulgarien) erarbeiten die EWN Stilllegungs- und Rückbaukonzepte. Ein wichtiger Bestandteil der Auslandsaktivitäten sind für die Energiewerke auch die Trainingskurse für Kraftwerksspezialisten aus anderen Ländern. Fachleute aus Japan, China oder Russland kamen schon nach Lubmin, um sich das Know-how über den Rückbau von Kraftwerksanlagen anzueignen.

Und nun Fukushima: Ein Jahr nach der Katastrophe recherchiert nun ein japanischer Journalist Kazuya Kitamura über den Rückbau der Reaktoren in Lubmin. Der 56-jährige Umweltjournalist aus Tokyo plant einen 50minütigen Dokumentarfilm zu diesem Thema, der im April im japanischen Fernsehen ausgestrahlt werden soll. Lubmin hat er sich bewusst dafür ausgesucht - das ehemalige DDR-Kernkraftwerk am Greifswalder Bodden wurde vor gut 20 Jahren abgeschaltet. Der Rückbau der Lubminer Atomanlagen soll im kommenden Jahr abgeschlossen sein. Was die Technologie anbetrifft, da könne man von Deutschland sicher lernen, sagt Kitamura nach einem Besuch in Lubmin. Sein Fazit: "Unser Land kann dabei von Deutschland lernen."

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