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„Vorpommern: weltoffen, demokratisch und bunt!" : Widerstand gegen rechtsextremes „Pressefest“

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Widerstand: Mehr als 40 Kommunen, Vereine, Verbände und Vertreter von Kirchen werden sich am Samstag an einer Menschenkette von Pasewalk nach Viereck und anderen friedlichen Gegenaktionen beteiligen.

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erstellt am 09.Aug.2012 | 12:07 Uhr

Pasewalk | Drei Tage vor einem "Pressefest" von Rechtsextremen bei Pasewalk (Landkreis Vorpommern-Greifswald) zeichnet sich breiter Widerstand gegen das Treffen ab. Mehr als 40 Kommunen, Vereine, Verbände und Vertreter von Kirchen werden sich am Samstag an einer Menschenkette von Pasewalk nach Viereck und anderen friedlichen Gegenaktionen beteiligen. Das schilderte gestern Benno Plassmann als Sprecher des Aktionsbündnisses "Vorpommern: weltoffen, demokratisch und bunt!". Auch die Landesregierung beteiligt sich.

Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) werde Ministerpräsident Erwin Sellering vertreten, der wegen langfristiger Termine leider verhindert sei, hieß es aus der Staatskanzlei.

"Ich finde es gut, dass sich ein breites Bündnis gegen das sogenannte Pressefest gebildet hat. Es macht deutlich, dass Nazis in unserem Land nicht willkommen sind", sagte Sellering in Neustrelitz auf der Klausurtagung der SPD-Fraktion. Daneben kündigten Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider und Fraktionschef Norbert Nieszery an, die Gegner des "Pressefestes" zu unterstützen.

Freude über die Hilfe äußerte Axel Marquardt als Bürgermeister der Gemeinde Viereck, vor deren Toren sich die Rechtsextremen auf einem Privatgelände treffen. "Wir hoffen, dass die Unterstützung auch nach diesem Tag noch anhält", sagte Marquardt.

Sein Dorf will schon am Freitagabend in der katholischen Kirche "das wahre Viereck" zeigen. Es soll ein Sommerkonzert mit weltlichen und kirchlichen Liedern geben. "Wir hoffen vor allem auf einen friedlichen Samstag", sagte Marquardt.

Auf einer Wiese zwischen Pasewalk und Viereck soll am Samstagnachmittag das "Pressefest" der NPD-Zeitung "Deutsche Stimme" stattfinden. Mit zwei Meter hohen Zäunen, die mit Plakaten und Folien verhangen sind, ist das Gelände abgeschottet.

Verbotsversuche von Kommunen scheiterten, nach Auflagen der Kreisverwaltung Vorpommern-Greifswald wurde das Treffen aber von drei auf einen halben Tag verkürzt. Laut Veranstalter sind bisher rund 600 rechtsextreme Teilnehmer angemeldet. Plassmann rechnet mit mindestens 1500 Gegendemonstranten, die unter anderem mit einer kilometerlangen Menschenkette zeigen sollen, dass Rechtsextreme in der Region nicht willkommen sind.


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