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Mecklenburg-Vorpommern

12. Dezember 2017 | 09:33 Uhr

Protest : Widerstand gegen MVgida wird breiter

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mehrere Demonstrationen gegen Abendspaziergang in Schwerin

Der Protest gegen die islamkritische Bewegung MVgida/Megida – die mecklenburgische Variante der Pegida – wird breiter und vielfältiger. Heute Abend stößt mit der Nogida-MV eine weitere Kampagne dazu. Unter dem Motto „MV für alle“ will sie durch Schwerin ziehen. MVgida hat für den Abend erneut einen Abendspaziergang mit 200 bis 300 Teilnehmern in der Landeshauptstadt angekündigt.

Wie ein Nogida-Sprecher mitteilte, will die Kampagne die rechtspopulistische Argumentationsweise und die Organisationsstruktur der MVgida-Bewegung durchleuchten und kritisch hinterfragen. Sie solidarisiere sich mit Flüchtlingen und Betroffenen rassistischer Gewalt.

Die voraussichtlich größte Gegendemonstration mit etwa 500 Teilnehmern organisiert erneut das Aktionsbündnis für ein friedliches und weltoffenes Schwerin mit dem DGB. Die Greifswalder Kunststudentin Paula Gau hat dem Aktionsbündnis ein von ihr entworfenes Plakatmotiv zur Verfügung gestellt. Es zeige drei Schaumküsse mit weißem, hell- und dunkelbraunem Schokoladenüberzug und dem Kommentar: „Von innen sind wir alle gleich. Für mehr Vielfalt in Mecklenburg-Vorpommern“.

Die Grünen haben eine Mahnwache in der Innenstadt angemeldet und stellen ein Pizza- und Suppenmobil auf. Der Erlös aus dem Imbiss soll Flüchtlingskindern zugutekommen.

Das „Offene Forum“, das am vergangenen Montag erstmals Gegner und Anhänger von MVgida miteinander ins Gespräche brachte, hat für den 17. Februar ein zweites Treffen im Bürgertreff „Eiskristall“ im Plattenbaugebiet Großer Dreesch in Schwerin angekündigt. Kritiker hatten den Organisatoren vorgeworfen, damit Rechtsextremen eine Plattform zu bieten. „Wir wollen keinem eine Bühne bieten, der menschenverachtendes Gedankengut äußert“, betonte Mitorganisatorin Hanne Luhdo. Es komme auf eine souveräne Moderation an, die bei der ersten Auflage auch gut gelungen sei.

Stein des Anstoßes: Ein Mann, der 2002 wegen Beteiligung an den ausländerfeindlichen Krawallen auf das „Sonnenblumenhaus“ in Rostock-Lichtenhagen verurteilt wurde, war bei dem Forum anwesend, hatte sich aber nicht geäußert. Gesprochen hatte hingegen ein MVgida-Aktivist, der in der Vergangenheit bei NPD-Aktionen gesehen worden war.

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, Jürgen Suhr, bekräftigte seine Ablehnung eines Dialogs mit MVgida. Auch die SPD ist ausdrücklich gegen Gespräche mit MVgida, weil die Bewegung als rechtsextrem dominiert gilt. Die Organisatoren des Offenen Forums setzen dieser Gesprächsverweigerung ihr Motto „Wir müssen miteinander reden“ entgegen. Am ersten Forum hatten rund 40 Interessierte teilgenommen, darunter der Vorsitzende des Islamischen Bundes in Schwerin, Mohamed Dib Khanji. Die Organisatoren des „Offenen Forums“, zu denen der Bürgerrechtler Heiko Lietz gehört, kritisieren die Weigerung vieler Anti-MVgida-Demonstranten, mit der anderen Seite zu sprechen.

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