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Mecklenburg-Vorpommern

19. November 2017 | 10:00 Uhr

Werften in MV : Widersprüchliche Angaben

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wechsel an P+S-Spitze vor Insolvenz auch auf Wunsch der Landesregierung?

svz.de von
erstellt am 28.Okt.2014 | 08:00 Uhr

Der plötzliche Wechsel an der Spitze der P+S-Werften kurz vor der Insolvenz im August 2012 ist nach Einschätzung der Linken offenbar auch auf Wunsch der Landesregierung erfolgt. Nach einer Zeugenaussage gestern im Untersuchungsausschuss des Landtags wurde Rüdiger Fuchs auf Vorschlag der Landesregierung an die Stelle seines Vorgängers Dieter Brammertz gesetzt, wie die Obfrau der Linken im Ausschuss, Jeannine Rösler, berichtete. Brammertz sei von den Banken nicht mehr akzeptiert worden. Wenige Wochen später trat Fuchs den Gang zum Insolvenzrichter an. Gegen Brammertz und zwei weitere Ex-Geschäftsführer wird wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung ermittelt. Das Land hat bei der Pleite einen dreistelligen Millionenbetrag an Bürgschaften verloren.

Die SPD-Obfrau Stefanie Drese widersprach der Darstellung Röslers. Es sei nicht der Wunsch der Landesregierung gewesen, Brammertz aus seinem Amt zu entfernen, sondern Wunsch der Banken, erklärte sie. Drese zufolge bestätigten die Zeugenaussagen vom Montag die bisherigen Erkenntnisse. Der Ausfall der Zahlungen für die Scandlines-Fähren brachte demnach die P+S-Werften in erhebliche unternehmerische Schieflage. P+S konnte die beiden Großfähren nicht pünktlich fertigstellen. Zum Schluss waren die Schiffe auch noch deutlich zu schwer und Scandlines nahm sie nicht ab. Die zu langen Bauzeiten führten immer wieder zu Liquiditätsproblemen, so Drese. Deutlich sei aber auch geworden, dass die negative Entwicklung im Verlauf des Jahres 2012 nicht abzusehen gewesen sei.

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