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Schwerin verpasst Frist : Widerspruch gegen Volkszählung

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Trotz Kritik am Ergebnis der Volkszählung verzichtet die Landeshauptstadt Schwerin - notgedrungen - auf einen Widerspruch. Der Grund: Die Stadtverwaltung hat die Frist von einem Monat verpasst.

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erstellt am 09.Jul.2013 | 06:37 Uhr


Trotz Kritik am Ergebnis der Volkszählung verzichtet Mecklenburg-Vorpommerns Landeshauptstadt Schwerin - notgedrungen - auf einen Widerspruch. Der Grund: Durch ein Büroversehen hat die Stadtverwaltung die Frist von einem Monat verpasst, wie das Büro von Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linke) am Dienstag mitteilte.
Laut Zensus 2011 hat Schwerin nur 91 293 Einwohner statt der bisher amtlichen 95 300. Ein Rückgang sei aufgrund der weit zurückliegenden Datenbasis der Volkszählung aus den 1980er Jahren absehbar gewesen, hieß es aus dem Rathaus. Das Minus von 4,3 Prozent sei aber in dem Umfang nicht zu erklären, zumal für ganz Deutschland ein Minus von 1,9 Prozent und für Mecklenburg-Vorpommern ein Minus von 1,8 Prozent ermittelt wurden. Im Melderegister der Stadt seien zudem am 9. Mai 2011 93 320 Einwohner verzeichnet gewesen. Schwerin müsste nach ersten eigenen Berechnungen ab 2014 mit jährlich 1,3 Millionen Euro weniger auskommen.
In Mecklenburg-Vorpommern haben bis Dienstag 44 Kommunen Widerspruch gegen die Ergebnisse der Volkszählung eingelegt, wie eine Sprecherin das Statistikamtes sagte. Für die letzten Kommunen endet die Einspruchsfrist am Mittwoch. Da viele Geldzuweisungen bevölkerungsabhängig erfolgen, drohen zahlreichen Kommunen geringere Zahlungen.
Widerspruch hat unter anderen die Stadt Neustrelitz eingelegt. An der Begründung werde noch gearbeitet, sagte ein Sprecher der Stadtverwaltung. Laut Volkszählung hat Neustrelitz 20 328 Einwohner, rund 800 Menschen weniger als bisher angenommen. Für Neustrelitz würde dies rund eine Million Euro im Jahr weniger bedeuten. Die Kleinstadt Mirow hat dagegen 3553 Einwohner oder 3,8 Prozent mehr als erwartet. «Wir freuen uns, dass wir rund 160 000 Euro jährlich mehr hätten, hoffentlich schon 2013», sagte Mirows Bürgermeister Karlo Schmettau (FDP). Neubrandenburg hat mit 64 000 Einwohnern rund 1000 Bewohner weniger, will aber keinen Widerspruch erheben.

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