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Mecklenburg-Vorpommern

19. November 2017 | 13:26 Uhr

Wetter gut - alles gut!

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erstellt am 23.Jun.2013 | 07:15 Uhr

Rostock/Schwerin | Kathrin Röder vom Jugendherbergswerk in Mecklenburg-Vorpommern spricht mit Blick auf die eben begonnene Hochsaison der ganzen Tourismusbranche aus dem Herzen: "Ostern ist ins Wasser gefallen, Pfingsten war es auch nicht richtig. Wenn jetzt das gute Wetter kommt, kann das Jahr noch gut werden."

Dabei schaut die gesamte Branche regelmäßig mit bangem Blick auf die Wettervorhersagen - genau wie die potenziellen Gäste. Denn die Leute, die langfristig vorausbuchen, werden immer weniger. "Wer einmal oder noch schlimmer zweimal einen verregneten Sommer hatte, überlegt sich im kommenden Jahr sehr genau, ob er noch mal kommt", sagte Röder. Und manche kämen nur, wenn sie einigermaßen die Gewähr hätten, eine Gutwetterperiode zu erwischen.

2012 wurden nach Angaben der Sprecherin in den 28 Jugendherbergen in MV rund 488 000 Übernachtungen registriert, minimal weniger als 2011. Nachdem das ehemalige Rostocker Jugendgästeschiff "Georg Büchner" inzwischen auf dem Grund der Ostsee liegt, sind es nur noch 27 Herbergen im Land. Dabei konnte die Branche im vergangenen Jahr die wetterbedingt geringeren Übernachtungszahlen in der Hochsaison mit einer sehr guten Nachsaison ausgleichen. Knapp 40 000 Übernachtungen fehlten zur magischen Zahl von 28 Millionen. Diese Marke hat der Geschäftsführer des Landestourismusverbands, Bernd Fischer, für 2013 klar im Blick. Allerdings musste die Branche in den ersten vier Monaten des Jahres schon einen Rückgang um 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verbuchen. Das ist vor allem den frühen Oster- und Pfingstfeiertagen geschuldet, ist sich Fischer sicher. "Der Dämpfer ist zu verkraften. Wir haben gezeigt, dass wir das bewältigen können." Dabei würden vor allem die kulturellen Angebote helfen, die mit ihrer hohen Qualität inzwischen auch bundesweit Anerkennung gefunden haben. Die Möglichkeit, Verluste in der Hochsaison mit einer guten Nebensaison auszugleichen, fehlt den Betreibern von Campingplätzen. In Gummistiefeln durch den Matsch zu laufen, ist nicht jedermanns Sache. Aber auch die Campingplätze hätten ihre Lektion gelernt, sagte Verbandssprecher Gerd Scharmberg. Inzwischen gebe es Campingplätze, die über exzellente Wellnessbereiche verfügten und es so schafften, ihre Gäste in Schlechtwetterperioden zu halten. In diesem Jahr wollen die rund 200 Plätze die Vier-Millionen-Marke bei den Übernachtungen überwinden, sagte Scharmberg.

Zufrieden scheinen die Anbieter im Bereich Landurlaub zu sein, wie Vereins-Geschäftsführerin Cornelia Hass berichtete. 74 Prozent hätten einen guten bis sehr guten Vorbuchungsstand. Diese hohe Quote sei damit begründet, dass vor allem Familien buchten, die beim Jahresurlaub mehr Sicherheiten als andere Touristen brauchen. Der Verein vertritt rund 200 Betriebe, darunter Bauern- und Reiterhöfe, Gutshäuser und Landpensionen.

Aber auch beim Landurlaub zeige sich, dass es ohne Investitionen und Marketing nicht geht - "das ist alles kein Selbstläufer", sagte Hass. Eine Neuerung in diesem Jahr sei beispielsweise, dass Kinder bei einem Landwirt auf Rügen das Diplom "Juniorbauer" erwerben können. Andere typische Bauernhofangebote seien neben dem Klassiker Reiterferien auch Traktorfahren oder Buttermachen.

Im vergangenen Jahr wurde mit 27,9 Millionen Übernachtungen das zweitbeste Tourismusjahr seit 1990 verzeichnet. Damals kamen vor allem durch einen "Supersommer" 28,4 Millionen Besucher an die Küste oder an die Mecklenburgische Seenplatte. Allein bei den ausländischen Gästen konnte MV 2012 ein Plus von 15 Prozent verbuchen.

Wenn es um die Frage geht, welche Region die wichtigste Urlaubsdestination Deutschlands ist, liefern sich seit rund drei Jahren Mecklenburg-Vorpommern und Bayern einen Zweikampf. Meer gegen Berge, lautet das Duell. Im vergangenen Jahr hatten laut Analyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) die Berge noch einmal die Nase vorne. Während 5,7 Prozent der deutschen Urlaubsreisen nach Bayern führten, gingen 5,5 Prozent nach Mecklenburg-Vorpommern. Doch laut FUR geht der langfristige Trend zur Küste.

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