Schwerin : Weststädter wollen keinen Kreisel

Knotenpunkt in der Robert-Beltz-Straße: In Höhe des Restaurants 'Am Löwenplatz' mündet von rechts die Max-Suhrbier-Straße ein, von links die Wossidlostraße. Um die Lärmbelästigung durch den Verkehr zu verringern, schlägt eine Expertenstudie die Einrichtung eines Mini-Kreisverkehrs vor. Foto: Christian Koepke/Reinhard Klawitter
Knotenpunkt in der Robert-Beltz-Straße: In Höhe des Restaurants "Am Löwenplatz" mündet von rechts die Max-Suhrbier-Straße ein, von links die Wossidlostraße. Um die Lärmbelästigung durch den Verkehr zu verringern, schlägt eine Expertenstudie die Einrichtung eines Mini-Kreisverkehrs vor. Foto: Christian Koepke/Reinhard Klawitter

Das Gesprächsthema in Schwerin: Um den Verkehrslärm zu mindern, empfiehlt eine Expertengruppe die Umgestaltung des Knotenpunktes Robert-Beltz-Straße, Wossidlostraße und Max-Suhrbier-Straße durch einen Minikreisverkehr.

svz.de von
13. Juni 2012, 12:54 Uhr

Weststadt | Am Kiosk von Frank Bergmann in der Robert-Beltz-Straße ist es das Gesprächsthema: Um den Verkehrslärm in der Straße zu mindern, empfiehlt eine Expertengruppe die Umgestaltung des Knotenpunktes Robert-Beltz-Straße, Wossidlostraße und Max-Suhrbier-Straße durch einen Minikreisverkehr. Bergmann und seine Gäste sind sich allerdings einig: "Das ist Blödsinn."

Bergmanns Kiosk mit Zeitungen, Zigaretten und Getränken liegt direkt am besagten Knotenpunkt, der allerdings an diesem Abend kaum befahren ist. "Aus der Wossidlostraße und der Max-Suhrbier-Straße kommt ganz selten mal ein Auto", sagt Bergmann. Eigentlich würde es seiner Meinung nach schon genügen, aus der Suhrbierstraße eine Einbahnstraße zu machen, und die Verkehrssituation wäre restlos entspannt. Die Männer, die an dem Kiosk in Beltzstraße ihr Feierabend-Bier trinken, sehen das Ganze genauso. Wie Lärmexperten auf die Idee kommen können, genau vor ihrer Haustür einen Kreis verkehr vorzuschlagen, ist ihnen schleierhaft.

Die Belastungen für besonders stark von Lärm betroffene Schweriner könnten erheblich gesenkt werden, wenn die Landeshauptstadt zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen ergreifen würde. Zu diesem Ergebnis kommt die vom Planungsbüro Argus im Auftrag des Schweriner Umweltamtes erarbeitete Studie (wir berichteten). Durch eine Reihe von Maßnahmen könnte die Anzahl der sehr stark lärmbelasteten Menschen in der Landeshauptstadt um fast die Hälfte reduziert werden, heißt es. Handlungsbedarf gäbe es neben der Beltzstraße insbesondere auch auf dem Obotritenring und in der Wismarschen Straße, bestätigt auch Schwerins Umweltdezernent Dr. Wolfram Frie dersdorff.

Der Kreisverkehr in der Beltzstraße gehört wie der Tempo-30-Modellversuch auf dem Obotritenring zu den Maßnahmen, die im Lärmaktionsplan vorgeschlagen werden. Wie viel Geld die Stadt für den vorgeschlagenen Kreisel in die Hand nehmen müsste, darüber werden in der Studie keine Angaben gemacht. "Im Moment haben wir aber ohnehin keine finanziellen Mittel für so ein Projekt", sagt der Leiter des Amtes für Verkehrsmanagement, Dr. Bernd Smerdka. Es gäbe aktuell auch keinerlei konkrete Planungen in diese Richtung.

Gedanken habe sich die Verwaltung aber sehr wohl schon über die angespannte Verkehrslage an der Ecke Robert-Beltz-Straße/Obotritenring gemacht, berichtet Smerdka. Überlegungen, an dieser staugefährdeten Stelle etwa einen Kreisverkehr einzurichten, seien aber wieder verworfen worden. "Das Verkehrsaufkommen ist zu hoch", so der Amtsleiter. "Am Ende müssten wir den Kreisel mit Ampeln nachrüsten. Dann können wie die Situation auch gleich so lassen, wie sie ist."


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