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Mecklenburg-Vorpommern

11. Dezember 2017 | 03:12 Uhr

Westmecklenburger besonders oft krank

vom

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erstellt am 27.Aug.2013 | 10:01 Uhr

Schwerin/Hamburg | Erstaunliches Ergebnis einer bundesweiten Erhebung der Techniker Krankenkasse (TK): Ausgerechnet im Landkreis Ludwigslust-Parchim, in dem die Arbeitslosenquote wegen der Nähe zu Hamburg vergleichsweise niedrig ist, sind die Versicherten dieser Kasse - immerhin die zweitgrößte Deutschlands - besonders häufig krankgeschrieben. Hinter Mansfeld-Südharz (Sachsen-Anhalt) weist die Region die bundesweit höchsten Fehlzeiten auf, so TK-Sprecherin Heike Schmedemann.

Während der Bundesdurchschnitt bei 14,7 Tagen Krankschreibung pro Jahr liegt, waren TK-Versicherte im Landkreis Ludwigslust-Parchim 19,27 Tage im Jahr arbeitsunfähig krank (Mansfeld/Südharz 20,85 Tage). Auch in allen anderen Kreisen und kreisfreien Städten in Mecklenburg-Vorpommern konstatierte die TK 2012 einen überdurchschnittlichen Krankenstand ihrer Versicherten: In der Stadt Rostock fehlten sie an 15,7 Tagen krankheitsbedingt bei der Arbeit, in Schwerin an 16,29 Tagen, im Landkreis Rostock an 16,91 Tagen, im Kreis Vorpommern/Rügen an 17,16 Tagen, an der Mecklenburgischen Seenplatte an 17,47 Tagen, in Vorpommern/Greifswald an 18,18 und in Nordwestmecklenburg an 18,31 Tagen. "Im Vergleich der Bundesländer belegt Mecklenburg-Vorpommern mit durchschnittlich 17,5 krankheitsbedingten Fehltagen damit den traurigen Spitzenplatz", so die TK-Sprecherin. Der Krankenstand liege um 70 Prozent über dem in Baden-Württemberg.

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Fehlzeiten in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt um 3,1 Prozent angestiegen. "Der Anstieg resultiert in erster Linie daraus, dass Krankschreibungen 2012 etwas länger dauerten als im Jahr zuvor", so der Leiter der TK-Landesvertretung Dr. Volker Möws.

Immerhin: Bei den Arztkontakten (2,9 pro Erwerbstätigen im Jahr) und den Medikamentenverordnungen (4,2 Präparate im Jahr) blieben die TK-Versicherten im Land um 7 bzw. 5,2 Prozent unter den bundesweiten Ergebnissen. Allerdings wurden Herz-Kreislauf-Medikamente und Arzneimittel zur Behandlung von Fettstoffwechselstörungen (Lipid-Senker) in deutlich höherem Umfang als im Bundesdurchschnitt verordnet.

"Obwohl die Fehlzeiten-Rangliste der Bundesländer seit Jahren nahezu konstant ist, gibt es bis heute keine befriedigende und empirisch belegte Erklärung für diese Unterschiede", so Möws. Auch für die regionalen Unterschiede innerhalb des Landes sowie für den negativen Spitzenplatz des Landkreises Ludwigslust-Parchim haben die Krankenkassenexperten keine Erklärung. Ganz sicher spiele eine Rolle, dass in diesem Landkreis besonders viele Menschen in körperlich schweren Berufen tätig seien, so Heike Schmedemann. Erfahrungsgemäß spiegle sich auch die Zufriedenheit mit der Lebenssituation im Krankenstand wider.

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