zur Navigation springen

Sensationeller Fund in Ruchow : Wertvolle Orgel entdeckt

vom

Für Friedrich Drese, Leiter des Malchower Orgelmuseums, ist es eine Sensation. Jahrelang war er in MV auf der Suche nach einer Richborn-Orgel, benannt nach dem Ende des 17. Jahrhunderts gestorbenen Joachim Richborn.

svz.de von
erstellt am 04.Nov.2013 | 07:54 Uhr

Güstrow | Für Friedrich Drese, Leiter des Malchower Orgelmuseums, ist es eine Sensation. Jahrelang war er in Mecklenburg-Vorpommern auf der Suche nach einer Richborn-Orgel, benannt nach dem Ende des 17. Jahrhunderts gestorbenen Joachim Richborn.

Nun ist der Orgelforscher und -sachverständige der mecklenburgischen Landeskirche in der Ruchower Dorfkirche tatsächlich fündig geworden: In dem zehn Kilometer nördlich von Sternberg bzw. gut 20 Kilometer südwestlich von Güstrow gelegenen Dorf steht eines von nur noch drei nachgewiesenen Instrumenten des Hamburger Orgelbaumeisters. "Nachdem ich das Orgelpositiv mit der Richborn-Orgel in Lübeck verglichen habe, bestand für mich kein Zweifel mehr", sagt der Experte. Was für Drese die Sensation aber perfekt macht, ist die Tatsache, dass er jetzt nicht nur die am besten erhaltene Richborn-Orgel, sondern gleichzeitig auch die älteste Orgel Mecklenburgs gefunden hat. Auf die Spur gebracht hat ihn Stefanie von Laer, die im benachbarten Tieplitz zu Hause ist. Die pensionierte Musikpädagogin engagiert sich ehrenamtlich in der Gemeinde.

Dass es sich um eine wertvolle Orgel handelt, muss sie geahnt haben. Die Familie ihres Mannes, die bis 1945 in Tieplitz gelebt hat, hatte das Instrument 1939 schon einmal runderneuern lassen. Die Orgel, die vermutlich im Jahre 1675 fertiggestellt wurde, stand ursprünglich im Bützower Schloss. 1794 hatte sie die damals in Tieplitz lebende Juliane zu Schaumburg-Lippe erworben und nach Ruchow, der damaligen Patronatskirche, gebracht. In Tieplitz hatte die Adelsfamilie nach der Französischen Revolution Zuflucht gefunden, erzählt Stefanie von Laer.

Die letzte Reinigung der Orgel ist inzwischen 24 Jahre her. Heute ist ihr nicht ein Ton mehr zu entlocken. "Doch das soll sich bald ändern", versichert von Lear. Für die Sanierung hat Kulturstaatsminister Bernd Neumann 175 000 Euro Fördermittel zugesagt. Die für die Restaurierung noch fehlenden 50 000 Euro sollen durch Spenden und Landesmittel zusammenkommen. "Wir planen jetzt die Gründung eines Fördervereins, damit das Geld schnell zusammenkommt", sagt von Lear.

Erneuert werden müssen die Tasten, die Orgelpfeifen und die Schnitzereien. Sie sollen nach Vorlagen wieder entstehen, betonte Orgelexperte Drese. Außerdem ist geplant, das Orgelpositiv aus dem im 18. Jahrhundert geschaffenen hölzernen Umbau herauszulösen. Mit der Sanierung der ältesten Orgel Mecklenburgs soll im kommenden Jahr in einer Orgelwerkstatt in Dresden oder Lübeck begonnen werden. Das erste Konzert auf der Ruchower Richborn-Orgel ist für 2015 eingeplant.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen