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Genting setzt auf „MV Werften“ : Werften starten Millionen-Neubau

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Genting-Gruppe verlegt Deutschland-Sitz von Bremerhaven nach MV: Etwa 100 Millionen Euro sollen in alle drei Standorte fließen

Bewegung im Dock: Vier Monate nach dem Kauf der drei Ostseewerften Wismar, Rostock und Stralsund konzentriert der asiatische Genting-Konzern sein deutsches Schiffbaugeschäft in MV und baut die drei Standorte massiv aus. Der Hauptsitz der Schiffbaugruppe, die unter dem Namen „MV Werften“ firmieren soll, werde nach Wismar verlegt, teilte die
Genting Hong Kong gestern mit. Die zur Genting-Gruppe in Deutschland gehörende Lloyd Werft Bremerhaven werde sich auf Reparatur, Umbau und den Bau von Megayachten konzentrieren.

Jetzt gibt es Arbeit: In Wismar, Rostock und Stralsund legt die Genting-Group zugleich ein millionenschweres Investitionsprogramm auf. Etwa 100 Millionen Euro sollen in alle drei Standorte fließen, kündigte Genting-Chef Tan Sri Lim Kok Thay gestern an – in eine neue Fertigungslinie, eine Halle zum Bau von Kabinenmodulen, eine neue Sektionsbauhalle, moderne Fertigungssteuerungssysteme sowie Gebäude und Büros.

Nach jahrelanger Auftragskrise startet Genting auf den drei Werften mit ihren 1400 Beschäftigten zudem millionenschwere Schiffsneubauten: Künftig würden jährlich zwei Schiffe der Neopanamax-Klasse mit bis zu 366 Meter Länge und 49 Meter Breite sowie eines der Panamax-Klasse mit bis zu 294 Meter Länge und 32,3 Meter Breite gebaut. Für 2017 sei geplant, die ersten vier Luxus-Flusskreuzfahrtschiffe an die US-Reederei Crystal River Cruises auszuliefern. 2018 werde eine Luxus-Expeditionsyacht folgen, 2020 die erste Serie von Kreuzfahrern für die Reederei Star Cruises. Genting hatte im Mai in Wismar Verträge über den Bau von zehn Schiffen im Wert von 3,5 Milliarden Euro unterschrieben.

Die Landesregierung begrüßte die Neubaupläne: „Das ist eine klare Stärkung des Schiffbaustandortes Mecklenburg-Vorpommern“, erklärte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD). Die Ausrichtung auf MV sei eine große Chance für die Werften, sich auf dem hart umkämpften Schiffbaumarkt zu behaupten, meinte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU): „Ein klarer Vorteil ist, dass die Genting Group Aufträge mitbringt, die für Auslastung und Arbeit an den Standorten sorgen sollen.“ Linken-Fraktionschef Helmut Holter forderte, den Werftarbeitern eine nahtlose Weiterbeschäftigung zu sichern.

 

 

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erstellt am 07.Jul.2016 | 17:20 Uhr

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