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Mecklenburg-Vorpommern

15. Dezember 2017 | 17:06 Uhr

Werden Pommes zum Luxus-Mahl?

vom

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erstellt am 13.Aug.2013 | 07:19 Uhr

Werden Pommes zum Luxus-Mahl? Ob Kartoffeln, Butter oder Gemüse – Grundnahrungsmittel haben sich erheblich verteuert. Steigende Lebensmittelpreise treiben die Inflationsrate hoch. Die Verbraucherpreise lagen im Juli 2013 um 1,9 Prozent höher als vor zwölf Monaten, so das Statistische Bundesamt. Rasmus Buchsteiner erläutert die Hintergründe zur neuen Debatte über die Kostenentwicklung.

Welche Produkte sind nun besonders teuer?

Absoluter Spitzenreiter sind Kartoffeln, die 44,4 Prozent mehr kosten als im Juli 2012. „Die Preise liegen jetzt im Schnitt bei 1,26 Euro pro Kilo und sind damit so hoch wie lange nicht mehr“, bestätigt Bauernpräsident Joachim Rukwied. Butter verteuerte sich um 30,8 Prozent, Salat um 14 Prozent, Äpfel und Bananen um 22,3 beziehungsweise 8,4 Prozent. Die Preise für Molkereiprodukte und Eier kletterten im Schnitt um 6,1 Prozent, für Fleisch- und Fleischwaren werden 4,4 Prozent mehr verlangt. Zum Vergleich: Der Strompreis stieg seit Juli 2012 um knapp zwölf Prozent.

Welche Ursachen hat die Preisentwicklung?

Eine kalter und langer Winter, ein feuchter Frühling und danach Tropenhitze und Sommer-Unwetter mit Hagel und Starkregen – Experten führen die höheren Lebensmittelpreise auch auf die Wetterkapriolen in diesem Jahr zurück. Zudem scheint es Landwirten und Molkereien gelungen zu sein, ihre Verhandlungsposition gegenüber dem Handel zu verbessern. Das erklärt die gestiegenen Preise für Milch und Milchprodukte.

Welche Auswirkungen haben höhere Preise?

Experten rechnen mit weitreichenden Auswirkungen – insbesondere wegen der gestiegenen Kartoffelpreise. „Wenn die Kartoffelpreise sich fast verdoppeln, werden auch verarbeitete Produkte wie Pommes frites, Kartoffelpüree oder Reibeplätzchen spürbar teurer“, erläutert Manfred Schöpe, Agrarexperte des Münchener Ifo-Instituts. Bei Kartoffeln sei zudem noch mit weiteren deutlichen Preissteigerungen zu rechnen. Höhere Preise für Backwaren erwartet der Experte jedoch nicht.

Wie sieht es aus mit der Inflationsentwicklung?

Eine Teuerung unterhalb von 2 Prozent gilt Zentralbanken als unproblematisch. Sozialverbände warnen jedoch. Das Arbeitslosengeld II sei schon jetzt zu niedrig. „Wenn da noch zwischen fünf und zehn Prozent für Lebensmittel dazukommen, heißt das im Klartext, dass massenhaft Hartz-IV-Empfänger unter die Armutsgrenze fallen“, fordert Ulrich Schneider, Chef des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, eine Anhebung des Regelsatzes um 55 auf 437 Euro monatlich. Ifo-Experte Schöpe warnt dagegen: „Es gibt regelmäßig Aufs und Abs. In einem Jahr sind die Lebensmittelpreise der Inflationsbeschleuniger und im anderen Jahr wieder die Inflationsbremse.“

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