Zufall rettet Urlaubern das Leben : Werden Angler unvorsichtiger?

Angestrengte Suche nach dem  vermissten 71-jährigen Angler Werner Manthey aus Parchim:  Hier wird ein Graben mit einer Tiefe von etwa 80 Zentimetern abgesucht, der parallel zur  Müritz-Elde-Wasserstraße läuft. Foto: Michael-Günther Bölsche
Angestrengte Suche nach dem vermissten 71-jährigen Angler Werner Manthey aus Parchim: Hier wird ein Graben mit einer Tiefe von etwa 80 Zentimetern abgesucht, der parallel zur Müritz-Elde-Wasserstraße läuft. Foto: Michael-Günther Bölsche

Südlich der Insel Rügen sind zum zweiten Mal in zwei Wochen zwei Angelurlauber verunglückt - und konnten knapp von zufällig anwesenden Rettungskräften geborgen werden. Weitere Angelunfälle hielten das Land in Atem.

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10. Mai 2012, 07:00 Uhr

Prosnitz/Berlin | Südlich der Insel Rügen sind zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen zwei Angelurlauber verunglückt - und konnten knapp von zufällig anwesenden Rettungskräften geborgen werden. Wie ein Sprecher der Wasserschutzpolizei in Sassnitz gestern sagte, handelte es sich um zwei jeweils 64 Jahre alte Urlauber aus Berlin sowie einem Berliner Nachbarort. Die Männer waren mit einem kleinen Boot mit Außenbordmotor bei Prosnitz auf die Gustower Wiek gefahren, die an den Strelasund grenzt.

Vermutlich habe ein Angler einen Fisch am Haken gehabt, so dass der andere ihm helfen wollte und das Boot kenterte. Bei Prosnitz hatte die Wasserschutzpolizei zeitgleich ihre Schießübungen abgeschlossen, als die Beamten die Hilferufe hörten und die beiden Männer - die ohne Rettungswesten unterwegs waren - mit leichten Unterkühlungen aus dem Wasser bergen konnten. "Vermutlich haben sie auf Hecht geangelt" erklärte ein Polizist.

Erst am 25. April hatten Feuerwehrleute, die zufällig bei Stralsund eine Übung abhielten, ebenfalls zwei verunglückte Angler bergen können. Einer der Retter, der 27-jähriger Feuerwehrmann Alexander Voigt, wurde am Dienstag von der Stadt Neubrandenburg für seinen Einsatz geehrt. Die beiden 55 und 48 Jahre alten Angler waren ohne Rettungswesten aus ihrem Boot gefallen. Sie hatten das Glück, dass sich Voigt mit anderen angehenden Brandmeistern bei einer Übung zur Ölabwehr auf der Stralsunder Insel Dänholm am Wasser befand, als sie um Hilfe riefen.

Zuvor waren bereits drei Angler bei solchen Vorfällen gestorben: Zwei Männer auf dem Torgelower See bei Waren und ein Rentner in der Müritz-Elde-Wasserstraße bei Parchim. Der 70-jährige Rentner galt eine Woche lang als vermisst. Nach Angaben seiner Familie war er zum Angeln aufgebrochen und nicht wieder zurückgekehrt. Ein Fährtenhund verfolgte seine Spur bis zum Wasser. Die offizielle Suche war bereits eingestellt worden, als eine Frau bei einer Bootsfahrt dann die Leiche des Mannes nahe der Ortschaft Siggelkow (Landkreis Ludwigslust-Parchim) entdeckte.

Traurige Gewissheit nach einer Woche gab es auch nach dem Unglück im Torgelower See, als die Wasserschutzpolizei die Leiche des zweiten vermissten Anglers entdeckte. Taucher bargen den leblosen Körper unweit der Stelle, wo das gekenterte Boot gefunden worden war. Der 51-Jährige war eine Woche zuvor mit seinem 74 Jahre alten Vater zum Angeln hinausgefahren und nicht zurückgekehrt. Das Ursache der Tragödie bleibt rätselhaft. Beide galten als erfahrene Angler. Der Vater war einen Tag nach dem Unglück tot gefunden worden, eine Obduktion belegte, dass er ertrunken war. Beide trugen keine Rettungswesten.

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