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Med Ahoi Tour : Werbetour mit Medizinernachwuchs

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Mehr als 300 junge Mediziner schließen jährlich ihr Studium in Rostock und Greifswald ab. Doch die Mehrheit sieht ihre berufliche Perspektive außerhalb MVs. Dem wollen die Krankenhäuser mit einer Bustour begegnen.

svz.de von
erstellt am 07.Apr.2013 | 07:01 Uhr

Schwerin | Mehr als 300 junge Frauen und Männern schließen jährlich ihr Medizinstudium in Rostock und Greifswald ab. Doch die Mehrheit sieht ihre berufliche Perspektive außerhalb Mecklenburg-Vorpommerns. Ein Zustand, der hier im Land mit Sorge betrachtet wird, denn der Ärztemangel wird immer größer - im niedergelassenen Bereich ebenso wie in den Krankenhäusern.

Letztere wollen unter anderem mit einer kostenlosen Bustour für Studierende der beiden medizinischen Fakultäten in Mecklenburg-Vorpommern gegensteuern: der "Med Ahoi Tour". Schon zum zweiten Mal will die Krankenhausgesellschaft des Landes (KGMV) damit beim Ärztenachwuchs für die Weiterbildung und im Idealfall auch für die anschließende Arbeit in einem Krankenhaus im Nordosten werben. Schließlich würden momentan schon 160 Krankenhausärzte im Land gesucht, so KGMV-Geschäftsführer Wolfgang Gagzow. Die eine Hälfte seien Assistenzstellen für junge Mediziner, die sich nach dem Grundstudium zum Facharzt qualifizieren wollen. Die andere Hälfte der Stellenangebote beziehe sich auf "fertige" Fachärzte aller Richtungen und Hierarchien, "wenn auch nicht in allen Orten des Landes". Perspektivisch werde der Bedarf, der demografischen Entwicklung geschuldet, sogar noch größer sein, sagt Gagzow voraus. Die KGMV verstärke deshalb ihre Bemühungen, Medizinernachwuchs im Land zu halten.

Bereits 2012 hatte sie eine "Med Ahoi Tour" angeboten - "wegen der kurzen Vorlaufzeit war die Beteiligung damals allerdings nur relativ gering", so der Geschäftsführer. In diesem Jahr erhofft er sich größeren Zuspruch, wenn die Busse ab diesem Donnerstag an insgesamt sieben Terminen starten - schließlich wurde schon im alten Jahr auf diversen Messen und anderen Veranstaltungen die Werbetrommel dafür gerührt. Angesteuert werden insgesamt 21 Krankenhäuser in allen Landesteilen, pro Tour sind es drei. Viele Medizinstudierende hätten ein völlig falsches - oder gar kein- Bild von den Krankenhäusern außerhalb ihres Studienortes, so Gagzow: "In keinem anderen Bundesland wurde in den letzten 20 Jahren so viel in die Krankenhäuser investiert wie in Mecklenburg-Vorpommern. So eine Infrastruktur hat kein anderes Bundesland, selbst die Bayern als Zweitplatzierte folgen erst mit deutlichem Abstand. Man kann also wirklich mit gutem Gewissen für den Arbeitsplatz Krankenhaus hier bei uns werben."

Teilnehmer der "Med Ahoi Tour " sollen sich vor Ort ein Bild von den Arbeitsbedingungen machen. "Und sie können auch alle Fragen, die sie drumherum bewegen, stellen", erklärt Gagzow. Denn viele interessiere nicht nur die medizinische, sondern auch die übrige Infrastruktur: Wie sieht es aus mit Kindergartenplätzen, Schulen und Freizeitangeboten? Wie ist das Wohnraumangebot? Und welche Möglichkeit bietet der Arbeitsmarkt für die Partner der jungen Mediziner?

Die Antworten auf diese Fragen seien es letztlich oft, die den Ausschlag für die Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Krankenhaus geben. Ärztlichen Direktoren, Personalchefs, aber auch jungen Ärzten, die selbst noch vor kurzem vor der Entscheidung für ein Weiterbildungskrankenhaus gestanden hätten, käme als Gesprächspartner der Nachwuchsmediziner also eine große Verantwortung zu.

Er selbst könne jungen Ärzten nur zureden, im Land zu bleiben: "Ihre Existenz ist gesichert. Die Auftragsbücher sind voll - und das auf lange Sicht", so Gagzow. Frage ihn jemand nach der Infrastruktur, würde er im Übrigen antworten: "Wir haben hier doch drei Großstädte: Hamburg, Berlin und Stettin - wenigstens eine erreicht man von jedem Ort im Land aus binnen einer Stunde".

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