Sommerhitze in Deutschland : Wer kann, sollte das Auto stehen lassen

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Gefahr durch hohe Ozon-Belastung: Ratschläge des Umweltbundeslandes

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06. August 2015, 12:00 Uhr

Mit steigenden Temperaturen nimmt auch die Ozon-Belastung zu. Darüber sprach Rasmus Buchsteiner mit Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes.

Wird Ozon in der Luft wieder zur Belastung?
Krautzberger: Mit dem Sommerwetter steigen auch die Ozonwerte Tag für Tag. Ab heute muss mit Ausnahme der Küstenbereiche landesweit mit erhöhten Ozonwerten um 180 Mikrogramm je Kubikmeter Luft gerechnet werden. Für morgen erwarten wir dann den Höhepunkt mit deutschlandweit deutlich erhöhten Werten: Vereinzelt können Ozonkonzentrationen auftreten, die oberhalb der Alarmsschwelle von 240 Mikrogramm je Kubikmeter Luft liegen. Reizungen der Atemwege, Atembeschwerden bis hin zu einer verminderten Lungenfunktion können mögliche Folgen sein.

Wer ist schuld am Sommersmog?
Ozon wird nicht direkt in die Umwelt abgegeben, sondern es bildet sich dort unter Einfluss von UV-Strahlung. Voraussetzung dafür sind so genannte Vorläuferstoffe in der Luft. Das sind insbesondere Stickstoffoxide und flüchtige organische Verbindungen. Stickstoffoxide stammen vor allem aus dem Verkehrsbereich, aber auch aus Feuerungsanlagen. Flüchtige organische Stoffe werden bei der Anwendung von Lösungsmitteln – etwa in Lacken oder Sprays – freigesetzt.

Lange Zeit gab es keinen Ozon-Alarm mehr, jetzt wieder – woran liegt das?
Vergleichbares Sommerwetter wie jetzt hatten wir in den letzten Jahren nicht. In diesem Sommer gibt es schon zum zweiten Mal über mehrere Tage hinweg Temperaturen von weit mehr als 30 Grad. Das sind beste Bedingungen für die Ozonbildung.

Wann wäre der Zeitpunkt für Fahrverbote und andere Maßnahmen gekommen?
Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigen, dass kurzfristige Maßnahmen, wie regional begrenzte Fahrverbote nicht zu den gewünschten Effekten geführt haben. Wir setzten deshalb auf dauerhafte und langfristige Maßnahmen, um die Emissionen der Ozonvorläuferstoffe – Stickstoffoxide und flüchtige organische Verbindungen – und damit die Ozonbelastung zu reduzieren. Aber wir raten schon zu Verhaltensänderungen. Wer kann, sollte das Auto stehenlassen, auf das Fahrrad oder den Nahverkehr umsteigen. Das leistet zumindest einen kleinen Beitrag zu Verminderung der Ozonbelastung im Sommer.

Welche Verhaltensregeln sollten unbedingt beachtet werden?
Vernünftiges Verhalten mit Blick auf hohe Temperaturen hilft auch, der Ozon-Belastung zu entgehen. Bei Nachmittagstemperaturen von 37 Grad oder mehr sollte sich jeder ein ruhiges Plätzchen suchen und nicht gerade Sport treiben. Wer joggen will, sollte das am besten in den frühen Morgenstunden tun.

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