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Mecklenburg-Vorpommern

23. November 2017 | 03:08 Uhr

Naturwissenschaften : Wenn Schüler tüfteln

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Erfindercamp in Hasenwinkel soll Interesse für technische Berufe wecken

svz.de von
erstellt am 22.Okt.2014 | 20:15 Uhr

In beschaulicher Lage mitten im Grünen findet noch bis zum morgigen Freitag das 10. Nordmetall-Erfindercamp im Schloss Hasenwinkel statt. Hier treffen sich seit Montag junge Tüftler, um kniffelige naturwissenschaftliche und technische Aufgaben zu lösen. Und das trotz der wohlverdienten Herbstferien. Während die anderen relaxen oder sich in Freizeitparks austoben, arbeiten die 15 Teilnehmer – alles Jungs – hochkonzentriert an anspruchsvollen Projekten.

Tim Prüß vom Friedrich-Franz-Gymnasium in Parchim und sein Partner Tede Herbst vom Schulzentrum am Sund in Stralsund haben die Aufgabe, einen Roboter so zu programmieren, dass er Holzzylinder aus einem Behälter holt, ihre Farbe bestimmt und sie danach sortiert. Daniel Schmidtberger, ebenfalls vom Friedrich-Franz-Gymnasium in Parchim, sorgt dann dafür, dass eine zweite Maschine die Zylinder wieder abräumt. Die drei arbeiten dafür mit einem Fischer-Technik-Bausatz und dem Programm „Robo Pro“.

Für Tim ist das alles noch relativ neu. Er ist erst im Oktober in die Robotik-AG seiner Schule eingestiegen. Allerdings programmiert der Siebtklässler bereits seit zwei Jahren Websites, hat also technisches Vorwissen. Er möchte Fachinformatiker werden. Tede beschäftigt sich schon seit zwei Jahren mit der Robotik und will ebenfalls als Ingenieur einen technischen Beruf ergreifen. Beide haben übrigens sowohl in Mathe als auch in Physik eine eins in der Schule.

Von einem so umfangreichen Technikverständnis können Schüler anderer Schulen nur träumen. Denn „der Stundenumfang der naturwissenschaftlichen Fächer wurde in den letzten 20 Jahren halbiert“, weiß Detlef Brauckhoff, einer der Projektleiter vor Ort. Der Diplom-Mathematiker ist davon überzeugt: „Man kann nicht erwarten, dass Schüler hinterher im technischen Bereich genauso gut geschult sind wie vor 20 Jahren. Wir versuchen mit unseren Projekten, diese Lücke auszugleichen.“ Das Bildungswerk der Wirtschaft MV fördert daher mit dem Projekt „CreateMV“ und der Ausstattung von Schul-AGs systematisch die Bildung von Schülern in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Zu den Schulen der ersten Stunde beim Camp in Hasenwinkel zählen das Franz-Gymnasium in Parchim, das Hauptmann-Gymnasium in Wismar sowie das Hansa-Gymnasium in Stralsund. Sie alle sind seit zehn Jahren dabei. „Teilweise haben wir sogar erreicht, dass Fischer- Technik (Baukästen, Anm. d. Red.) fester Bestandteil des Unterrichts geworden ist“, weiß Detlef Brauckhoff und zeigt sich sichtlich stolz über das große Interesse an den Robotik-AGs.

Besonderes Talent braucht man übrigens für das Camp nicht, wie Brauckhoff betont. „Interesse ist das Wichtigste. Danach ist es eine Geschichte der Logik. Für jemanden, der eine Problematik noch nicht begriffen hat, ist es eine unüberwindbare Hürde. Ab dem Moment aber, wo man es begriffen hat, wird es ganz einfach.“


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