Tierbestatter : Wenn Schnuffi von uns geht

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Tierbestatter in MV bieten Ruhestätten für Hunde und Katzen an

Hund oder Katze ersetzen vielen einsamen Menschen den Partner, oder sie sind der Liebling der Familie. Wenn solch ein Tier stirbt, ist es für die Halter oft undenkbar, den Vierbeiner in die Tierkörperverwertung zu geben, wo Kadaver zu Tiermehl verarbeitet werden. Sie wollen das Tier beisetzen, wie es einem Familienmitglied zukommt. Wer ein eigenes Grundstück hat, begräbt es meist im Garten, was grundsätzlich gestattet ist. Wer diese Möglichkeit nicht hat, kann es auf einem Tierfriedhof bestatten lassen. Das Tier kann auch eingeäschert und die Asche in einer Urne zu Hause aufbewahrt werden

Ein guter Abschied für Tierhalter

In Klein Kussewitz bei Rostock betreibt Manfred Schulz seit 1997 einen Tierfriedhof. Er war der erste in Mecklenburg-Vorpommern, erinnerte sich der 66-Jährige. „Zu mir kommen Leute, die ihr Tier lieb hatten“, sagte er. Oder solche, die in gefrorenem Boden nicht selbst eine Grube ausheben können, setzte er hinzu. Die Beisetzungen auf dem 2000 Quadratmeter großen Tierfriedhof, der an sein Grundstück grenzt, sind feierlich. Es gibt eine Trauerhalle und auf Wunsch bahrt Schulz die geliebten Haustiere auf - im eigenen Körbchen oder im Sarg, mit Blumen dazu. „Die Leute sehen ihr Tier schlafen. Das ist ein guter Abschied“, meinte Schulz, der auch mal eine Trauerrede hält. Die Särge baut er in jeder Größe selbst. Das hat er gelernt und er hat als Sargtischler gearbeitet, bevor er zur See fuhr.

Auf Tierfriedhöfen dürfen alle Haustiere bestattet werden, aber keine Huf- und Nutztiere wie Pferde. Die größten Tiere sind demnach Hunde wie Bernhardiner, die kleinsten Kanarienvögel, Hamster oder Mäuse. Die größte Bestattung mit Sarg kostet in Klein Kussewitz 280 Euro, die billigste - etwa eine Katze im Tuch - 100 Euro. Kleinere Tiere, wenn sie Kindern gehört haben, bringt Schulz auch mal kostenlos unter die Erde. Die Gräber bepflanzen und pflegen die Tierhalter selbst, oder er übernimmt das gegen ein Entgelt. Pro Jahr Liegezeit werden 30 Euro fällig. Häufig komme eine Steinplatte aufs Grab, erzählt er.

Auch Schlangen oder Mäuse bestattet

Wer sich die Grabpflege sparen möchte, kann das Tier einfach einäschern lassen und die Urne in den Garten oder ins Regal stellen. Diese Dienstleistung bietet die bundesweit tätige Firma Rosengarten an, die in Mecklenburg-Vorpommern in Rostock eine Niederlassung mit zwei Mitarbeitern betreibt, wie Firmensprecher Emanuel Holle in Bad Bergen bei Osnabrück berichtete. Die Mitarbeiter holen die toten Tiere auf Wunsch zu Hause ab. Zur Einäscherung werden die 20 bis 30 pro Monat ins Krematorium Pritzwalk-Falkenhagen in Brandenburg gebracht. Die Tierhalter können unter 2000 Urnen und sogar Anhängern wählen, die mit Tierasche gefüllt als Schmuckstück getragen werden können. Vom Kanarienvogel bis zur Deutschen Dogge können alle Haustiere ins Krematorium gegeben werden. 90 Prozent der Tiere seien Hunde und Katzen, sagte Holle. Aber auch eine Boa Constrictor oder Bartagamen, Kaninchen oder Wüstenspringmäuse seien schon dabei gewesen. Die Niederlassung in Rostock verfügt über Kühlräume. Zweimal pro Woche fährt ein Auto ins Krematorium.

Nachfrage steigt stetig

In Pampow bei Schwerin betreiben die Brüder Stephan Waedow und Jan Drewke einen Kleintierfriedhof auf ihrem Grundstück am Ortsrand. Sie übernahmen ihn vom Vater, der nach dem Tod seines Hundes auf die Idee der Tierbeisetzungen kam. Sie sprechen von einer stetig zunehmenden Nachfrage nach Bestattungen der vierbeinigen Lieblinge. Die Brüder setzen eher auf eine Beisetzung in Ruhe, ohne Musik und Reden. „Emotional ist es genug“, sagte Waedow. Die Kosten reichen von 59 Euro für Kleinsttiere im Pappkarton bis zu 499 Euro für einen großen Hund im Sarg mit zehnjähriger Liegezeit. Auch eine Einäscherung in einem Krematorium in Lüneburg sei möglich.

Ruhestätte im Wald

Bei Parchim können Tiere in einem ein Hektar großen Buchenwald beerdigt werden. Das Forstamt Karbow bietet diese Variante an, wie Revierförster Wolf-Roman Plickat sagte. Die Nachfrage sei nicht sehr groß. „Weil wir uns im ländlichen Raum befinden“, meinte er. Seit 2008 seien etwa 50 Tiere bestattet worden. Es gebe Holzschilder für die Namen, aber keine Grabpflege. Die Preise reichen von 20 Euro für Tiere bis Zwergkaninchengröße, bis zu 250 Euro für einen großen Hund. 

 

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