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Hitzeschlag und Sonnenbrand : Wenn es dem Kind zu heiß wird

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Erste minderjährige Hitzepatienten nach Sonnenbad stationär behandelt. Ärzte rechnen in den Ferien mit zunehmenden Beschwerden.

von
erstellt am 08.Jul.2015 | 08:00 Uhr

Der Sommer hat gerade erst begonnen, da sorgen die hohen Temperaturen bereits für steigende Zahlen bei hitzebedingten Notaufnahmen von Kindern und Jugendlichen in Mecklenburg-Vorpommern. Am Wochenende mussten einige unter 15-Jährige stationär behandelt werden. Ärzte rechnen besonders zum Ferienbeginn in eineinhalb Wochen mit einer Zunahme an minderjährigen Hitze-Patienten. Doch Krankenhäuser seien gut vorbereitet.

„Wir haben schon einige Fälle bei uns gehabt. Vor allem junge Mädchen kommen mit hitzebedingten Beschwerden zu uns. Meistens ist ihnen jedoch mit einer Infusion bereits geholfen“, sagt Christoph Sehan, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin des Mediclin Klinikums in Waren. Doch auch stationäre Aufnahmen hätte es schon in diesem Sommer gegeben. „Im Moment hält es sich aber in Grenzen. Hitzebeschwerden bei Kleinkindern mussten wir noch gar nicht behandeln. Da passen die Eltern gut auf“, meint der Oberarzt.

Ähnlich sehe die Situation auch an anderen Kliniken im Land aus. Die Patientenzahlen seien jedoch noch überschaubar, meint Wolfgang Gagzow, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern e. V.: „Die erste Hitzewelle fand zum Glück am Wochenende statt und nicht in der Schulzeit. Außerdem war die Hitze gleich so stark, dass alle besonnen reagiert haben“, schätzt Gagzow ein. Mit Ferienbeginn könnte sich das ändern. Dann, wenn viele Badegäste nach MV kommen, rechnet er mit einer Zunahme an jungen Hitzepatienten. Ob die Rekordwerte der letzten Jahre erreicht werden könnten, ist noch unklar.

2013 wurden 27 Jungen und Mädchen zwischen fünf und 15 Jahren wegen eines Sonnenstichs oder Hitzschlags in MV stationär behandelt. 2010 waren es sogar 31 Patienten. Das geht aus einer Studie des Statistischen Bundesamtes hervor. Aktuellere Zahlen sind noch nicht bekannt. Für die Kliniken in MV sei die Behandlung von Hitzepatienten Routine, sie seien gut vorbereitet, sagt Wolfgang Gagzow. Wichtig ist, dass Eltern vermehrt darauf achten, dass ihre Kinder ausreichend vor den hohen Temperaturen geschützt sind und viel trinken. Eine Devise, die vor allem bei Jugendlichen oft nicht beachtet wird.

„Bei Kindern sollte man ganz besonders aufpassen, dass sie sich nicht zu lange in der Sonne aufhalten“, informiert Dr. Frank Walther, Oberarzt an der Kinder- und Jugendklinik in Rostock. Besonders am Strand sollten Eltern darauf achten, dass ihre Kinder ausreichend mit hohem Lichtschutzfaktor eingecremt und keiner direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt sind. Folgen von zu viel Sonne sind Kreislaufprobleme, Kopfschmerzen und Bewusstlosigkeit bis hin zu Organversagen. „Das Trügerische ist, dass sich die Kinder nicht einmal heiß anfühlen müssen, wenn sie zum Beispiel einen Hitzekollaps haben“, informiert Prof. Dr. Matthias Heckmann, Leiter der Greifswalder Neonatologie und Kinderintensivmedizin. Daher sollte man auf Erschöpfungserscheinungen , Unruhe und Verwirrtheit achten.

Wer sich unsicher ist, für den schaltet die DAK-Krankenkasse am Freitag eine medizinische Hotline: Mehrere Ärzte beraten zwischen 10 bis 16 Uhr bei Beschwerden durch die hohen Temperaturen. Tel.: 0800/1111841.

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