Wenn das Freizeitvergnügen zur Sucht wird

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10. November 2010, 08:54 Uhr

Schwerin | Der Einsatz von Geld kann Glücksspiele zu einer risikovollen Freizeitbeschäftigung mit dramatischen Folgen machen, warnt die Landesstelle für Suchtfragen Mecklenburg-Vorpommern. Andreas Rihl, Landeskoordinator Glücksspielsucht, zählt die möglichen Probleme auf: Leere Bankkonten und Schulden durch das Spielen, Ausreden und Lügen vor Familie und Freunden, Verlust von sozialen Kontakten und steigender Druck, Spielverluste zurückzuholen. "Glücksspielsucht ist eine Krankheit und führt zu einer Vielzahl von Problemen für die Betroffenen und ihre Familien", stellt er fest.

Jeder zweite 16- bis 65-jährige Deutsche betreibt laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mindestens einmal im Jahr ein Glücksspiel. Laut Schätzungen der Bundeszentrale haben etwa 1,1 Prozent der Bevölkerung, das sind rund 600 000 Menschen, mit problematischem oder sogar pathologischem Spielverhalten zu kämpfen. Süchtig sind laut Bundeszentrale Spieler, die die Kontrolle über ihr Spielverhalten verlieren. Wer einmal pro Woche einen Lottoschein ausfüllt oder ins Casino geht, ist nicht zwangsläufig süchtig. Pathologisches Spielverhalten endet damit, dass der Betroffene keinen Cent mehr besitzt und alles Hab und Gut verspielt. Studien zufolge gibt es in Deutschland schätzungsweise zwischen 95 000 und 297 000 erwachsene Personen mit pathologischem Spielverhalten. Das Hauptproblem stellen dabei nach Angaben der Landesstelle für Suchtfragen die Gerätespiele in Hallen und Gaststätten dar, gefolgt vom Automatenspiel in Spielbanken und dem Spielangebot im Internet.

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