Was Ersthelfer tun können : Wenn das Auto in Flammen steht

Horrorunfall auf der A19 am Donnerstag
Horrorunfall auf der A19 am Donnerstag

Autobrände in MV fordern zwei Leben

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11. März 2016, 20:45 Uhr

Es ist der Horror eines jeden Autofahrers: Am Donnerstagabend fährt ein Mann mit seinem Fahrzeug bei Laage nahe Güstrow auf die Autobahn in Richtung Berlin auf. Was dann passiert, ist  unklar. Mit hoher Geschwindigkeit kollidiert er mit einem  anderen  Auto. Sein Wagen fängt sofort Feuer. Der Mann verstirbt noch an der Unfallstelle. Die Insassen des anderen Pkw sind schwer verletzt. Aber sie leben.

Es ist das zweite Mal, dass in diesem Jahr bei einem Unfall ein Fahrzeug in MV komplett ausbrennt. Erst am 15. Februar ereignete sich auf der Bundesstraße 103 zwischen Kuhs und Kritzkow ein ähnlicher Fall. Dabei kollidierte ein Pkw mit einem Polizeifahrzeug aus dem Gegenverkehr. Auch hier fing das Auto sofort Feuer. Der Fahrzeugführer konnte nur noch tot geborgen werden.

 

Sofort kommt bei vielen Autofahrern ein mulmiges Gefühl auf. Sitzen wir auf einem Pulverfass? „Nein“, beruhigt Christian Hieff, Sprecher des Automobil-Clubs ADAC. „Bei den mehr als 100 Autounfällen, die sich jeden Tag in Deutschland ereignen, sind Fahrzeugbrände eher die Ausnahme.“ Dass Fahrzeuge explodieren, sei eine Erfindung der Filmindustrie. Die Flammen schlügen in der Regel nur langsam ins Innere über.

Die Ursachen für Autobrände seien vielseitig, Informiert Sprecher des Kraftfahrzeug-Überwachungs-Vereins Dekra. Bei Unfällen lösen demnach häufig Kraftstoffe einen Brand aus, wenn sie auf einen heißen Gegenstand wie den Krümmer oder die Auspuffanlage treffen. Rauch oder Flammen könnten sich aber auch beim normalen Fahren entwickeln. Häufig sind überschlagende Funken der Batterie oder ein technischer Defekt Auslöser. Die meisten Fahrzeuge würden laut Dekra über entsprechende Schutzmaßnahmen verfügen. So gibt es beispielsweise einen Knopf, der die Batterie bei einem Unfall automatisch von der Bordelektronik trennt.

Sollte es dennoch zu einem Brand kommen, rät der Dekra-Sprecher dazu, Ruhe zu bewahren. „Bei einem Feuer kann maximal ein Reifen explodieren.“ Der Tank geht nicht in die Luft, da sich aufgrund von Sauerstoffmangel kein explosives Gemisch bilden kann. „Man kann aus einem brennenden Auto jemanden retten.“ Löschversuche sind in der Regel in den ersten Minuten gefahrlos möglich. Generell muss das Feuer in Windrichtung bekämpft werden, um sich selbst nicht zu gefährden. Die Motorhaube sollte nur einen Spalt breit geöffnet werden, um eine Stichflamme zu verhindern, so der Sprecher. „Gefährlich sind die Dämpfe. Die sollte man nicht einatmen.“

Feuerlöscher im Auto sind zwar keine Pflicht, können aber im Notfall Leben retten.

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