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Mecklenburg-Vorpommern

19. November 2017 | 19:11 Uhr

Unglücke MV : Weniger tödliche Badeunfälle

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Das Positive am miesen Sommerwetter: Die Wasserretter mussten seltener ausrücken

svz.de von
erstellt am 07.Sep.2016 | 21:00 Uhr

An der Ostsee und in den Binnengewässern des Landes haben sich in der aktuellen Urlaubssaison weniger tödliche Badeunfälle ereignet als in den Vorjahren. Nach vorläufigen Angaben der Wasserschutzpolizei sind bislang im Meer und in den Binnengewässern sieben Menschen ums Leben gekommen. Im vergangenen Jahr hatten sich 10 tödliche Unglücke in Mecklenburg-Vorpommern ereignet, 2014 registrierten die Behörden 28 Unglücke mit tödlichem Ausgang, 2013 waren sogar 32 Menschen ums Leben gekommen.

Die Saison ist für die Wasserretter zwar noch nicht beendet, aber es zeichnet sich bereits ein Rückgang der Einsätze ab, bei denen Menschen aus Lebensgefahr gerettet werden mussten. Bislang eilten die ehrenamtlichen Rettungsschwimmer von der Deutschen Lebens-Rettung-Gesellschaft (DLRG) 48 Menschen in Notsituationen zu Hilfe. Im Jahr zuvor absolvierten sie nahezu doppelt so viele Einsätze, wie Thorsten Erdmann von der DLRG mitteilt. „Für uns war es eine relativ ruhige bis normale Saison“, sagte Erdmann. Die gesunkenen Einsatzzahlen hängen seiner Einschätzung nach stark mit dem durchwachsenen Sommerwetter zusammen: „Wir hatten keine klassische Badesaison. Es sind weniger Menschen schwimmen gegangen.“

Dass sich weniger Badeunglücke ereigneten, führt Erdmann aber auch auf verstärkte Aufklärungsarbeit über die Gefahren in und am Wasser zurück: „Viele Urlauber kennen mittlerweile unsere Flaggensysteme und wissen was die roten und gelben Fahnen bedeuten.“ Speziell für Kinder gebe es den in mehreren Sprachen gedruckten Flyer „Max und Vivi - Nur so gehen wir sicher baden.“ Auf dem bunt illustrierten Informationsblatt wird Kindern auf einfache Weise die Bedeutung der Flaggen am Strand erklärt - aber auch, dass sie bei Sturm und Gewitter sofort das Wasser verlassen sollten. „Es gibt aber nach wie vor auch unbelehrbare Strandbesucher“, sagte DLRG-Mitglied Erdmann.

Etwa 60 bis 70 Prozent der Badeunfälle führt er auf Selbstüberschätzung und Leichtsinnigkeit zurück. „Etwa wenn Schwimmer hohen Wellengang oder gefährliche Strömungsverhältnisse ignorieren.“ So mussten die Retter Ende Juli einen völlig erschöpften Mann bei Prerow aus der Ostsee ziehen. Er war von einem Treetboot aus ins Wasser gesprungen, das daraufhin samt Freundin abtrieb. Der Mann schaffte nicht, dass Boot einzuholen. Die Retter kamen gerade noch rechtzeitig.

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