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Menschenschmuggel : Weniger Schleuser in MV festgenommen

vom
Aus der Onlineredaktion

Schließung der Balkanroute wirkt. Die meisten Geschleusten kommen aus Russland, Tadschikistan und Syrien.

von
erstellt am 18.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Laut Sicherheitsbehörden haben sich die Aktivitäten von Schleuserbanden in Mecklenburg-Vorpommern im vergangenen Jahr deutlich reduziert. Lediglich 12 Menschenschmuggler wurden im vergangenen Jahr im Nordosten festgenommen, weil sie Menschen illegal für Geld über die Grenze gebracht hatten. Das waren 23 erwischte Schleuser weniger als noch im Jahr 2015, teilte die Bundespolizei auf Anfrage unserer Redaktion mit. Gestellt werden aber meistens nur die Fahrer der gut organisierten Schleuserbanden, kaum die Hintermänner, hieß es.

Die Zahl der geschleusten Menschen ist ebenfalls deutlich zurückgegangen. „57 Personen wurden im Jahr 2016 festgestellt“, sagte Behördensprecher Matthias Menge. 135 Menschen waren es im Jahr zuvor. Gründe für den Rückgang sind nach Auffassung der Polizei die Schließung der Balkanroute und damit verbunden das Abebben des Flüchtlingszustroms.

Das Geschäft der Schleuser geht trotzdem weiter. Geschleuste hätten bei Vernehmungen angegeben, dass sie umgerechnet 6000 bis 12 000 Euro für die Flucht bezahlen mussten, hieß es.

Geändert haben sich laut Bundespolizei auch die Herkunftsländer der Geschleusten. Die meisten von ihnen kamen 2016 aus Russland, Tadschikistan und Syrien. Im Jahr zuvor waren Syrien, Afghanistan und Russland die Hauptherkunftsländer.

Aus Russland sind es vorwiegend Tschetschenen, die über Polen nach Deutschland kommen. Im Nachbarland Brandenburg seien mit 734 Tschetschenen in den ersten vier Monaten 2016 mehr als drei Mal so viele angekommen wie im Vorjahreszeitraum, so das Potsdamer Innenministerium. Aus Tadschikistan fliehen Menschen, weil dort zunehmend islamische Gruppen verfolgt werden.

In Mecklenburg-Vorpommern wurden im vergangenen Jahr die meisten Schleuser an der 60 Kilometer langen Grenze zu Polen festgenommen, so die Bundespolizei. In den Jahren zuvor war der Seehafen Rostock der Schwerpunkt. Allerdings spielt der Nordosten im Vergleich mit anderen Bundesländern bei der Schleuserkriminalität eine eher untergeordnete Rolle. In Deutschland wurden 2016 insgesamt 900 Schleuser festgenommen, die meisten von ihnen an der deutsch-österreichischen Grenze.
 

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