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143 Tote 2011 auf den Straßen in MV : Weniger Polizisten, mehr Unfalltote

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Die Straßen in Mecklenburg-Vorpommern sind gefährlicher geworden. 2011 starben nach Angabe des Schweriner Innenministeriums bei 123 tödlichen Verkehrsunfällen 143 Menschen, 2010 waren es 108 Verkehrstote.

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erstellt am 26.Jan.2012 | 10:13 Uhr

Rostock | Die Straßen in Mecklenburg-Vorpommern sind gefährlicher geworden. 2011 starben nach vorläufigen Angaben des Schweriner Innenministeriums bei 123 tödlichen Verkehrsunfällen 143 Menschen, 2010 waren 108 Verkehrstote zu beklagen. Damit beträgt der Anstieg mehr als 30 Prozent. Selbst wenn man den schrecklichen Massenunfall mit acht getöteten Personen auf der A19 im Frühjahr 2011 aus der Unfallstatistik herausrechnen würde, bliebe eine Zunahme von 21 Prozent.

Eine mögliche Erklärung für die rasante Zunahme könnte nach Ansicht von Marion Schlender, Sprecherin des Innenministeriums, in den Witterungsbedingungen zu Beginn des Jahres 2011 liegen. "Der langanhaltende Winter führte über Monate zu schlechten Straßenverhältnissen, die hohe Geschwindigkeiten nicht zuließen", sagte die Sprecherin. Unangepasste Geschwindigkeit sei aber nach wie vor eine der Hauptunfallursachen.

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) kündigte an, dass die Polizei auch in diesem Jahr den Überwachungsdruck aufrecht erhalten werde, um den Hauptunfallursachen überhöhte Geschwindigkeit, Alkohol und Drogen sowie falsches Überholen zu begegnen.

Nach Ansicht der Gewerkschaft der Polizei (GdP) wird in Mecklenburg-Vorpommern allerdings viel zu wenig kontrolliert. "Verkehrskontrollen haben eine hohe präventive Wirkung für die Verkehrssicherheit, doch uns fehlen Polizeibeamte", sagte Michael Silkeit, GdP-Landesvorsitzender. Laut Verkehrsunfallstatistik wurden 2006 noch 81000 Temposünder bei Anhaltekontrollen der Polizei aus dem Verkehr gezogen. 2010 waren es mit 59 400 ertappten Rasern 20 Prozent weniger.

Gesunken ist auch die Zahl der Alkoholkontrollen und damit das Entdeckungsrisiko für betrunkene Autofahrer. Wurden laut Verkehrsunfallstatistik im Jahre 2004 noch 93 500 Autofahrer zur Atemalkoholkontrolle gebeten, waren es 2010 nur noch 58 500, die ins Röhrchen pusten mussten.

Silkeit verwies darauf, dass in den letzten zehn Jahren 1000 von 6000 Polizeistellen gestrichen worden. Ob weitere 250 Stellen bis 2015 wegfallen, soll laut Koalitionsvereinbarung zwischen SPD und CDU über eine Aufgabenanalyse geprüft werden.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind von Januar bis Ende November 2011 deutschlandweit 3 629 Personen im Straßenverkehr tödlich verunglückt - eine Zunahme gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4, 7 Prozent.

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