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Mecklenburg-Vorpommern

21. Oktober 2017 | 23:36 Uhr

Demografie : Weniger kinderreiche Familien

vom

In den vergangenen Jahrzehnten wurden in Deutschland immer weniger Kinder geboren. Als Grund wurde oft die Kinderlosigkeit von Frauen diskutiert. Doch diese Argumentation trifft wohl nicht zu.

svz.de von
erstellt am 19.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Der Rückgang der Geburtenrate in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist nach Erkenntnissen von Demografieforschern mehr als bisher angenommen auf die abnehmende Zahl kinderreicher Familien zurückzuführen. Sie sei für mehr als zwei Drittel des Rückgangs verantwortlich, während die Kinderlosigkeit nur für 26 Prozent ursächlich ist, schreiben die Demografen Martin Bujard und Harun Sulak vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden in der Zeitschrift „Demografische Forschung Aus Erster Hand“ des Rostocker Max-Planck-Instituts.

„Ein Drittel der Frauen, die Anfang der 1930er Jahre geboren wurden, hatten drei oder mehr Kinder. Dagegen ist nur jede Sechste der Ende der 1960er Jahre geborenen Frauen kinderreich“, machte Bujard die Verschiebung deutlich.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts steigt die Zahl der Geburten in Deutschland seit 2012 wieder leicht an. Nach der sogenannten zusammengefassten Geburtenziffer hat eine Frau in Deutschland statistisch 1,5 Kinder, ein ähnlich hoher Wert war zuletzt 1982 für das Gebiet des heutigen Deutschlands mit 1,51 Kindern je Frau nachgewiesen worden.

Beim Rückgang der Geburtenraten ließen sich zwei verschiedene Phasen ausmachen. „Während bei den Frauen der Jahrgänge 1933 bis 1947 die Abnahme des Kinderreichtums entscheidend war, ist bei den Jahrgängen von 1948 bis 1968 die zunehmende Kinderlosigkeit der wichtigste Faktor.“ Der Anteil von Frauen mit einem Kind sei über den gesamten Zeitraum relativ stabil geblieben.

Hintergrund der Kinderlosigkeit einer Frau sei oft die generelle Frage, ob sie ihre beruflichen Ziele oder ihren Lebensstandard für ein Kind verändern oder aufschieben möchte. Für eine Frau, die bereits Mutter von zwei Kindern ist und ihren Lebensstil darauf eingestellt hat, sei möglicherweise eher entscheidend, welches Image von kinderreichen Familien in der Gesellschaft existiere.

 

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