zur Navigation springen
Mecklenburg-Vorpommern

17. November 2017 | 22:25 Uhr

Weniger Infektionen in Rostock

vom

svz.de von
erstellt am 23.Mär.2011 | 08:38 Uhr

Rostock | Die Zahl der HIV-infizierten Personen in Mecklenburg-Vorpommern und speziell in Rostock ist im vergangenen Jahr erneut leicht gesunken. Das hat gestern das Centrum für sexuelle Gesundheit Rostock (CSG) bekannt gegeben. Beim Tag der offenen Tür informierte der Verein über die aktuellen Entwicklungen der Immunkrankheit in der Hansestadt.

Demnach haben sich 2010 sieben Personen mit dem HI-Virus angesteckt. Das sind vier weniger als noch 2009. Alle Neuinfizierten waren männlich. MV entwickelt sich damit entgegen dem bundesweiten Trend. „Deutschlandweit gab es leider eine leichte Steigerung der Infizierten“, sagt Sexualberater und Sozialarbeiter Tom Scheel.

Schnelltest ermöglicht verbesserte Aidshilfe

Die Entwicklung in Rostock ist nach Angaben Scheels auf die demografische Entwicklung zurückzuführen – weniger auf vorsichtiges Sexualverhalten. Die größte Risikogruppe bildeten weiterhin die so genannten MSM, – also Männer, die mit Männern sexuell verkehren.

Ein wichtiger Schritt in Sachen Aufklärung und Aidshilfe ist der so genannte Schnelltest. „Von den vier Beratungsstellen in MV sind wir die einzigen, die diese Möglichkeit der Kontrolle anbieten“, sagt die Sozialarbeiterin Marianne Harder. Der Test ermöglicht ein Ergebnis innerhalb von 20 Minuten. Unterstützung bekam der Verein dabei von der Uniklinik Rostock, dem Gesundheitsamt und von verschiedenen Apotheken. So konnte der Verein einen sterilen Bereich einrichten und das Blutabnehmen lernen.

Um die Zahl der Neuinfektionen auch 2011 zu senken, setzt das CSG vermehrt auf die Sexualberatung, Präventionsarbeit und die Betreuung von Betroffenen. „Im vergangenen Jahr haben wir uns zum ersten Mal auf der Landes-Seniorenmesse in Schwerin präsentiert“, sagt Scheel. Hintergrund ist, dass 30 Prozent der Neuinfizierten in MV in 2010 älter als 50 Jahre waren. Die Beratung erfolgt persönlich, telefonisch oder auch online. Die meisten Menschen suchten per Telefon um Rat in Sachen sexuelle Gesundheit.

Aufklärung als wichtigste Aufgabe

Für ihre Arbeit erhielten die Mitarbeiter des CSG eine Spende von 1000 Euro. Übergeben wurde sie von der Stadtbäckerei Junge, die sich seit Jahren für den Verein einsetzt. Weiterhin lobte Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens (CDU) die Arbeit von Scheel und seinen Kollegen. Ihr Engagement sei nicht selbstverständlich. Die sinkende Zahl der Neuinfektionen solle nicht zum Ausruhen verleiten. „Die sexuelle Aufklärung ist eine wichtige Angelegenheit, die stetig weitergeführt werden muss.“ Unterstützt wird der Verein vom Land Mecklenburg-Vorpommern und der Hansestadt Rostock.



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen