ANSCHNALLPFLICHT : Weniger Gurtmuffel – weil es piept

Warntechnik in Autos zeigt Wirkung – weniger Verstöße gegen Anschnallpflicht in MV

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25. Januar 2016, 06:00 Uhr

Die Autofahrer in Mecklenburg-Vorpommern verhalten sich zunehmend vorbildlicher – zumindest in Bezug auf die Anschnallpflicht. Die Landespolizei erwischt immer weniger Gurtmuffel, teilte das Schweriner Innenministerium gestern mit. Bei Kontrollen wurden 36  600 Autofahrer und Mitfahrer 2014 ertappt, die keinen Sicherheitsgurt angelegt hatten. Das waren 2700 Gurtsünder weniger als im Jahr zuvor. Für 2015 werden die genauen Zahlen noch erhoben. Aber bereits jetzt steht fest: „Es zeichnet sich erneut eine stark rückläufige Tendenz im Vergleich zum Vorjahr ab“, sagte Ministeriumssprecher Michael Teich.

Den positiven Trend bestätigt eine Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) auch für das gesamte Bundesgebiet. Danach legen inzwischen 98 Prozent der erwachsenen Autofahrer den Gurt an. Die Quote auf Autobahnen liegt sogar bei 99 Prozent, in der Stadt beträgt sie 97 Prozent.

Die dümmsten Ausreden

• „Ich bekomme jedes Mal Schmerzen unterm Gurt.“

• „Mein Hemd ist gerade frisch gebügelt.“

• „Mein Freund konnte sich aus einem brennenden Auto retten, weil er nicht angeschnallt war.“

• „Ich habe mehrere Airbags in meinem Fahrzeug.“

• „Ich wohne hier gleich um die Ecke.“

Egal welche Ausrede, 30 Euro Bußgeld drohen jedem, der ohne Gurt erwischt wird.

 Quelle: Polizei MV

Gründe für Entwicklung sieht das Schweriner Innenministerium in der Zunahme von Verkehrskontrollen in den letzten Jahren im Land und in der Wirkung mehrerer präventiver Veranstaltungen. Eine wichtige Ursache sieht Ministeriumssprecher Teich auch in der Verbesserung der Technik in den Fahrzeugen: „Es fährt heute kaum ein Auto, das kein Warnsignal auslöst, wenn die Insassen nicht angeschnallt sind.“

Der Gurt wurde in der Bundesrepublik vor genau 40 Jahren im Januar 1976 Pflicht. In der DDR mussten sich Autoinsassen ab 1980 anschnallen. Laut ADAC hat der Gurt trotz Airbags und elektronischer Sicherheitssysteme nichts an seiner Aktualität verloren. „Nur in Verbindung mit einem Sicherheitsgurt kann die Wahrscheinlichkeit einer tödlichen Verletzung um das Zehnfache reduziert werden“, so ein Sprecher des Autoclubs.

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