Schwerin : Weniger Gehalt, weniger Chancen

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Gleichstellungsbericht der Landesregierung legt Probleme von Frauen offen

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01. November 2017, 06:25 Uhr

Bei der Gleichstellung von Frauen und Männern in Mecklenburg-Vorpommern gibt es einem Bericht der Landesregierung zufolge noch viel zu tun. So liegt der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen im Nordosten vier Prozent unter dem von Männern – bei Beschäftigten gleichen Alters, gleicher Ausbildung und Erfahrung, gleicher Tätigkeit und gleicher Arbeitszeit, wie es in dem Gleichstellungsbericht heißt, der jetzt dem Landtag zugeleitet worden ist.

Auch beim Aufstieg in eine Führungsposition unterschieden sich die Chancen von Frauen und Männern weiterhin. „In beinahe sämtlichen Unternehmensbranchen und in der öffentlichen Verwaltung lässt sich feststellen, dass Frauen seltener und später Führungspositionen übernehmen“, stellt die Landesregierung fest. Bei der Polizei in Mecklenburg-Vorpommern ist demnach nur jede zehnte Führungskraft weiblich.

Die Autoren betonen, dass Frauen meist den größeren Teil der Haus- und Familienarbeit stemmen. Sie mahnen die Männer, sich zu Hause mehr zu engagieren: „Nur bei einer gleichmäßigen Aufteilung von Betreuungs- und Sorgearbeit in der Partnerschaft werden sowohl Mütter und Väter, Frauen und Männer gleiche Chancen haben, erwerbstätig zu sein und ihre Existenz auf Dauer zu sichern.“

Um Karriere-Hemmnisse für Frauen abzubauen, setzt die Regierung unter anderem auf Mentoring-Programme in Landesverwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Kunst. Frauen, die es geschafft haben, geben ihr Wissen über Führungsanforderungen, Strukturen und Prozesse weiter.

Der Bericht verweist etwa auf das Mentoring-Programm „Zukunft durch Aufstieg“ für weibliche Nachwuchsführungskräfte in Unternehmen. Hinzugekommen sei seit Oktober 2015 ein Mentoring-Programm für Künstlerinnen, die in den Beruf einsteigen wollen.

Am Freitag will Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) in Greifswald junge Doktorandinnen im Rahmen eines Mentoring-Programms treffen. An der Uni war 2011 das erste Mentoring-Programm in Mecklenburg-Vorpommern ins Leben gerufen worden. Seit einem Monat ist Drese außerdem selbst Mentorin für eine Doktorandin der Universität Rostock.

Auch in der Politik sind Frauen dünn gesät. Von den 71 Abgeordneten des aktuellen Landtags sind dem Bericht zufolge 18 weiblich. Das entspricht einem Frauenanteil von 25,3 Prozent. Auf der kommunalen Ebene liege er bei 25 Prozent. Der Bericht zeigt zudem deutliche regionale Unterschiede zwischen den Landesteilen auf: Während in Mecklenburg der Frauenanteil bei politischen Ämtern zwischen 21 und 38 Prozent liegt, werden in Vorpommern nur 15 bis 23 Prozent erreicht.

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