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7000 Asylanträge : Weniger Flüchtlinge in MV

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Sammelunterkünfte in Kasernen in Fünfeichen und Basepohl konnten geschlossen werden.

svz.de von
erstellt am 02.Jan.2017 | 20:45 Uhr

Im vergangenen Jahr haben nach Angaben des Innenministeriums gut 7000 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern einen Asylantrag gestellt. Damit sank die Zahl der Antragsteller im Vergleich zum Jahr davor auf gut ein Drittel. 2015 hatte es infolge des Syrienkrieges und anhaltender Konflikte vor allem im Mittleren Osten und in Afrika mit rund 19.000 Registrierungen die bislang größte Zahl von Asylbewerbern im Land gegeben. Damals waren pro Monat teilweise mehr als 4000 Flüchtlinge in Mecklenburg-Vorpommern angekommen. Der Großteil zog allerdings in andere Bundesländer weiter, schätzungsweise ein Viertel der Menschen blieb im Nordosten.

Laut Innenministerium lebten Ende November rund 7500 Personen, die Zuwendungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhielten, in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes oder in Gemeinschaftsunterkünften der Kommunen sowie dezentral in dafür angemieteten Wohnungen. Nach positivem Abschluss des Asylverfahrens erhalten Flüchtlinge reguläre Sozialleistungen und fallen aus dieser Statistik heraus.

Als Reaktion auf den großen Zustrom von Flüchtlingen hatte das Land 2015 zusätzlich zur regulären Erstaufnahmeeinrichtung in Nostorf-Horst (Kreis Ludwigslust-Parchim) eine Außenstelle in Stern-Buchholz bei Schwerin eingerichtet. Außerdem wurden Kasernen in Basepohl und Fünfeichen bei Neubrandenburg (Mecklenburgische Seenplatte) für die Flüchtlingsaufnahme umgerüstet. Nach dem Rückgang der Flüchtlingszahlen werden diese beiden Kasernen aber nicht mehr benötigt. Die in Basepohl war Anfang September vollständig geräumt worden, Fünfeichen ging nach Auslaufen des Betreibervertrages zum 31. Dezember 2016 an den Bund zurück.

Laut Ausländerzentralregister lebten Ende 2016 knapp 1300 ehemalige Asylbewerber noch mit einer Duldung in Mecklenburg-Vorpommern.

Bei weiteren 3000 bestand nach Ablehnung ihrer Anträge oder Einstellung der Verfahren Ausreisepflicht. Fast 700 abgelehnte Asylbewerber gingen im Jahresverlauf freiwillig in ihre Herkunftsländer zurück, unter anderem nach Albanien, in die Ukraine, nach Serbien und Syrien. Rund 1200 Personen wurden bis Ende November abgeschoben.

Damit gab es in Mecklenburg-Vorpommern – anders als im Bundestrend – deutlich mehr zwangsweise Rückführungen als freiwillige Ausreisen.

Die Zahl der Abschiebungen lag im Jahr 2016 laut „Süddeutscher Zeitung“ in Deutschland mit geschätzt 25.000 nicht einmal halb so hoch wie die der freiwilligen Rückreisen.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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