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Mecklenburg-Vorpommern

23. November 2017 | 21:14 Uhr

Brandschutz in MV : Weniger Feuerwehren

vom
Aus der Onlineredaktion

In kleinen Dörfern fehlen Feuerwehrleute. Innenminister Caffier sieht Brandschutz nicht gefährdet

Trotz der sinkenden Zahl Freiwilliger Feuerwehren in Mecklenburg-Vorpommern sieht Innenminister Lorenz Caffier (CDU) den flächendeckenden Brandschutz im Land nicht gefährdet. Über die Zusammenarbeit mit Nachbarorten oder vertragliche Vereinbarungen innerhalb von Ämtern werde die Einsatzfähigkeit der Wehren sichergestellt. „Der Brandschutz ist gewährleistet“, versicherte der Minister und trat damit Befürchtungen der AfD entgegen, dass die rasche Brandbekämpfung zunehmend gefährdet sein könnte.

Der AfD-Landtagsabgeordnete Nikolaus Kramer hatte sich bei seiner Prognose auf die Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage seiner Fraktion bezogen. Demnach lösten sich im Zeitraum von 2011 bis 2016 landesweit 72 der zuvor rund 1000 Freiwilligen Feuerwehren auf. Feuerwehrmänner würden schon berichten, dass die Ausrückzeiten oft nur gehalten werden können, weil Hilfe aus umliegenden Gemeinden kommt.

Die Entwicklung sei auch Ausdruck der Bevölkerungsentwicklung im Land, sagte Caffier. Junge Leute seien aus den Dörfern weggezogen, andere pendelten täglich zu entfernten Arbeitsstätten. „Da ist es gerade in kleinen Orten schwer, in der erforderlich kurzen Zeit ein Löschfahrzeug zu besetzen, die Kooperation von Nachbardörfern geradezu ein Gebot der Vernunft“, betonte Caffier.

Unterstützung erhielt der Minister vom Landesfeuerwehrverband. „Auch wenn der ein oder andere Standort geschlossen wurde, so gibt es in jeder Gemeinde mindestens eine Feuerwehr. Es liegt in der Entscheidung der Kommunen, wie sie die Einsatzfähigkeit der Wehren organisieren“, sagte Landesverbandschef Hannes Möller.

Er beklagte allerdings, dass den ehrenamtlichen Helfern zunehmend Aufgaben übertragen werden, die nichts mit Brandschutz zu tun haben, etwa nach Unfällen oder bei Ereignissen wie jüngst der Vogelgrippe.

Laut Möller sind derzeit rund 950 Freiwillige Feuerwehren im Land aktiv. Seit wenigen Jahren steige auch wieder die Zahl der Kameraden.

Derzeit zähle der Landesverband etwa 24 000 Mitglieder. In den großen Städten sorgen Berufsfeuerwehren für den Brandschutz.

Caffier verwies darauf, dass Kommunen nur dann Landeszuschüsse für ihre Freiwilligen Feuerwehren erhalten, wenn sie auch deren Einsatzfähigkeit nachweisen können. „Ein modernes Löschfahrzeug nutzt nichts, wenn die Besatzung fehlt“, sagte Caffier.

Wie aus der Regierungsantwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, fördert das Land die Erneuerung der Löschtechnik jährlich mit Millionenbeträgen. So flossen 2016 im Rahmen von Sonderzuweisungen und Investitionszuschüssen aus dem Kofinanzierungsprogramm rund 4,4 Millionen Euro. Im Jahr davor waren es gut 1,7 Millionen und 2014 etwa 2,9 Millionen Euro. 

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