Mecklenburg-Vorpommern : Weniger Diebstähle von Autokennzeichen

Foto: Herbert Kewitz (Gestelltes Bild)
Foto: Herbert Kewitz (Gestelltes Bild)

Das LKA hat für den Nordosten im Jahr 2012 einen Rückgang der Diebstähle von Autokennzeichen registriert. Wurden im ersten Halbjahr 2011 noch 1307 Fälle bekannt, so waren in diesem Jahr gut ein Viertel weniger.

svz.de von
29. Juli 2012, 07:31 Uhr

Rampe | Besonders dreist gingen Diebe in Demmin vor: Sie ließen gleich reihenweise Autokennzeichen von abgestellten Fahrzeugen mitgehen. "Es werden immer die hinteren Schilder gestohlen, auf denen fast immer frische Tüv-Plaketten waren", sagte der Leiter der zuständigen Kriminalpolizei, Thomas Teichmann. Innerhalb kurzer Zeit habe es etwa 30 solcher Fälle gegeben, zuletzt seien 14 Autoschilder auf einmal aus Demmins Straßen verschwunden. Die Kriminalisten hielten es technisch für möglich, Tüv-Plaketten ab- und an anderen Kennzeichen wieder anzubauen, so Teichmann.

Eine solche Wiederverwendung indes schließt die Prüforganisation Tüv aus. "Die Plaketten gehen kaputt, wenn sie gewaltsam vom Kennzeichenschild entfernt werden", sagte Rainer Camen, Sprecher von Tüv Nord. Eher noch würden Plaketten gefälscht oder neue bei Einbrüchen in Büros gestohlen. Nennenswerte Fälle in Mecklenburg-Vorpommern seien ihm aber nicht bekannt. "Ohnehin fehlt bei jeder Manipulation der Marken der entsprechende Tüv-Vermerk in den Fahrzeugpapieren." Diebstahl fliege also schnell auf. Ein Motiv für die Täter könnte es sein, mit gestohlenen Plaketten teure Reparaturen an alten Fahrzeugen einzusparen, vermutet Camen.

Das Landeskriminalamt hat für den Nordosten in diesem Jahr einen Rückgang der Diebstähle von Autokennzeichen registriert. Wurden im ersten Halbjahr 2011 noch 1307 Fälle bekannt, so waren es in den ersten sechs Monaten dieses Jahres nur noch 946 Fälle, also gut ein Viertel weniger. Häufig würden gestohlene Autokennzeichen von Tankbetrügern verwendet, die hoffen, mit den falschen Schildern unerkannt die Zeche an der Zapfsäule prellen zu können, erklärte ein Sprecher. Betroffenen Kraftfahrern rät das LKA, Kennzeichen-Diebstähle umgehend bei der Polizei anzuzeigen. Nur so könnten möglicherweise geplante weitere Straftaten vereitelt werden. Neben Tankbetrug könne dies auch das Fahren mit nicht versicherten Autos sein oder der Transport gestohlener Wagen außer Landes, meinte der Sprecher. Unter Umständen stecke Bandenkriminalität dahinter.

1011 wurden bundesweit nach Schätzungen der Versicherungswirtschaft rund 160 000 Kfz-Kennzeichen als gestohlen gemeldet, wie Christian Schäfer, Bereichsleiter Technik beim ADAC, sagte. Der Schaden sei nicht zu unterschätzen. Mindestens 150 Euro müssten betroffene Kraftfahrer für ein neues Kennzeichenpaar berappen. Hinzu komme der Verwaltungsaufwand für die Anzeige und das Ändern der Fahrzeugpapiere in der Zulassungsstelle.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen