Skimming : Weniger Datenklau am Geldautomaten

Geldautomaten sind mit moderner Sicherheitstechnik ausgestattet.
Geldautomaten sind mit moderner Sicherheitstechnik ausgestattet.

Milliardeninvestitionen von Banken und Handel in mehr Sicherheit zeigen Wirkung

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04. Januar 2016, 18:26 Uhr

Geklaute Kartendaten von Bankkunden lassen sich in Europa kaum noch zu Geld machen – eigentlich. Dass in Spanien eine große Bank einen Teil ihrer Geldautomaten noch nicht auf die moderne EMV-Technik umgestellt hatte, nutzten die Täter gnadenlos aus. Sie setzten in der Region gezielt Kartendubletten ein. Das sei ein Ausreißer, heißt es in der Branche. Doch der Fall belegt: Der Wettlauf um sicheres Plastikgeld ist für die Banken trotz rückläufiger „Skimming“-Zahlen noch nicht gewonnen.

Dennoch zeigen die Milliardeninvestitionen von Finanzindustrie und Handel in mehr Sicherheit beim Plastikgeld Wirkung. In Deutschland kommen Kriminelle an Geldautomaten immer seltener zum Zug, wie jüngste Zahlen zeigen: Von Januar bis Ende November 2015 manipulierten Kriminelle nach Branchenangaben bundesweit 111 Automaten, um Kartendaten und Geheimnummer (PIN) von Bankkunden auszuspähen. Im Gesamtjahr 2014 wurden 145 manipulierte Geldautomaten gezählt.

Der Bruttoschaden durch solche „Skimming“-Angriffe sank im laufenden Jahr auf das Rekordtief von 2,5 Millionen Euro. 2014 verursachte der Datenklau an deutschen Geldautomaten 3,1 Millionen Euro Schaden.

Im laufenden Jahr schlugen Datendiebe mit weitem Abstand am häufigsten in Berlin zu. Keine „Skimming“-Fälle wurden nach Angaben von Euro Kartensysteme in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen registriert.

Vor allem die Einführung der EMV-Technik hat nach Einschätzung der Branche Kriminellen das Handwerk erschwert. EMV-Karten sind mit einer Art Mini-Computer ausgestattet: Der Datensatz wird verschlüsselt, die Karte bei Gebrauch auf Echtheit geprüft – und zwar bei jedem Einsatz sowohl am Geldautomaten als auch an der Ladenkasse. In Deutschland sind seit Ende 2010 alle rund 94 Millionen Girocards mit EMV-Chip ausgestattet, ebenso sämtliche Geldautomaten und Terminals im Handel. 

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