Erste Theater-Open-Airs in MV zu Ende : Weniger Besucher und viel Applaus

Laura Koppka als Angelina de Loreal und Benjamin Kernen in der Rolle des Capt`n Joshua Flint spielten die diesjährigen Hauprollen bei den Piraten Open Airs in Grevesmühlen.
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Laura Koppka als Angelina de Loreal und Benjamin Kernen in der Rolle des Capt`n Joshua Flint spielten die diesjährigen Hauprollen bei den Piraten Open Airs in Grevesmühlen.

Bei den Piraten in Grevesmühlen, bei Vineta in Zinnowitz auf Usedom und bei der Müritz-Saga in Waren gingen am Wochenende die letzten Vorstellungen über die Bühne. Die Intendanten ziehen Bilanz.

svz.de von
04. September 2017, 12:00 Uhr

Die Piraten in Grevesmühlen schlugen fast die Hälfte ihrer 62 Schlachten gegen die spanische Krone im Regen. In Zinnowitz mussten zwei „Vineta“-Aufführungen wegen Schlechtwetters abgesagt werden und in Waren unterbrach schwerer Hagel an einem Abend die Müritz-Saga. Die Darsteller und das Publikum hatten es nicht leicht in diesem Sommer. Geringere Zuschauerzahlen sind die Folge des regnerischen und unberechenbaren Wetters vor allem im Juli und Anfang August. Inhaltlich sind die Intendanten der Open Airs aber zufrieden.

Der Intendant des Piraten Open Airs in Grevesmühlen (Nordwestmecklenburg), Peter Venzmer, hatte auf mehr Besucher als 2016 gehofft, als rund 63 000 Tickets verkauft worden waren. „Das haben wir nicht geschafft“, bilanzierte er. 60 000 seien es aber bestimmt gewesen, genaue Zahlen stünden erst in zwei bis drei Wochen fest. Das wirtschaftliche Ergebnis werde aber wohl nicht schlechter ausfallen als im Vorjahr, weil die Besucher bessere Plätze gewählt hätten. Noch wichtiger seien die Rückmeldungen der Gäste an die Macher des Piraten-Open-Airs, das in jährlich neuen Episoden seit 2005 die Vorgeschichte der „Schatzinsel“ erzählt, wie sie sich ereignet haben könnte. Das Ambiente stimme, die Vorstellungen seien toll, heiße es über das Familientheater-Event mit vielen Stunts, virtuosen Kutschfahrten, Pferden und pyrotechnischen Effekten.

Auch der Chef der Müritz-Saga, Nils Düwell, berichtet von einem positiven Feedback der Zuschauer. „Sie sagen uns, es ist das Richtige, was wir machen: das regional verortete Theaterspektakel für die ganze Familie.“ Die Zuschauerzahlen lagen aufgrund des Wetters um rund 1000 niedriger als 2016. Im nächsten Jahr nehme man sich erneut vor, die Marke von 20 000 Zuschauern zu knacken. „So schlecht wie dieses Jahr kann das Wetter nicht wieder sein“, meinte Düwell. In diesem Jahr wurden nach seinen Worten knapp 18 500 Besucher gezählt.

Die Vineta-Festspiele in Zinnowitz auf der Insel Usedom meldeten für diese Saison 14 500 Besucher - rund 1500 weniger als im Vorjahr. Das Stück „Vineta - Das Vermächtnis der Wasserfrauen“ sei vom Publikum begeistert aufgenommen worden, dennoch habe der Regen die Besucherzahlen gedrückt. Zwei Vorstellungen mussten wegen des Wetters abgesagt werden. „Wenn man die Augen schließt, klingt Regen wie Applaus - und von beidem hatten wir in diesem Jahr reichlich“, sagte der Intendant der Vorpommerschen Landesbühne Anklam, Wolfgang Bordel.

Im kommenden Jahr beginnt bei den Vineta-Festspielen eine neue Trilogie. Für die Anklamer  Theatermacher ist mit der letzten Vineta-Aufführung am Samstag die Open-Air-Saison noch nicht abgeschlossen. Am 9. September erlebt das Peene-Spektakel in Anklam seine Premiere.

Das größte Theater-Open-Air im Nordosten, die Störtebeker-Festspiele in Ralswiek auf Rügen, spielt noch eine Woche bis zum 9. September.

Im vergangenen Jahr kamen knapp 351 000 Gäste zum mit Abstand erfolgreichsten Open Air an der Ostseeküste.

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